Ernährung

 

für Gesundheit und Heilung

 


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Version 1.1

März 2011

 

 


1 ..... Zivilisationskrankheiten.. 3

1.1 ....... Gebissverfall. 3

1.1.1 ...... Karies. 3

1.1.2 ...... Parodontose. 4

1.1.3 ...... Gebissanomalie. 4

1.2 ...... Erkrankungen des Bewegungsapparats. 5

1.2.1 ...... Arthrose & Arthritis. 5

1.3 ...... Stoffwechselkrankheiten.. 6

1.3.1 ...... Fettsucht6

1.3.2 ...... Diabetes. 6

1.3.3 ...... Gicht7

1.4 ...... Erkrankungen der Verdauungsorgane. 8

1.4.1 ...... Darmerkrankungen. 8

1.5 ...... Gefäßerkrankungen.. 8

1.5.1 ...... Arteriosklerose. 8

1.5.2 ...... Herzinfarkt9

1.6 ...... Hautkrankheiten.. 10

1.6.1 ...... Akne. 10

1.6.2 ...... Neurodermitis. 10

1.7 ...... Erkrankungen des Nervensystems. 11

1.7.1 ...... Krankheiten des vegetativen Nervensystems. 11

1.7.2 ...... Alzheimer. 12

2 ..... Ernährungstheorien.. 12

2.1 ...... Hauptbestandteile organischer Materie. 12

2.1.1 ...... Eiweiße (Proteine). 12

2.1.2 ...... Fette. 13

2.1.3 ...... Kohlenhydrate. 13

2.2 ..... Energie und Kalorien.. 14

2.3 ..... Vitalstoffe. 14

2.3.1 ...... Vitamine. 15

2.3.2 ...... Enzyme. 16

2.3.3 ...... Ungesättigte Fettsäuren. 16

2.3.4 ...... Aminosäuren. 17

2.3.5 ...... Aromastoffe. 17

2.3.6 ...... Faserstoffe. 17

2.3.7 ...... Mineralstoffe und Spurenelemente. 18

3 ..... Manipulation der Nahrungsmittel. 18

3.1 ...... Verarbeitungsmethoden.. 18

3.2 ..... Beginn von Ackerbau und Viehzucht. 20

3.3 ..... Der Übergang ins Industriezeitalter. 21

3.4 ..... Je unveränderter, desto gesünder. 23

4 .... Erkenntnistheoretische Überlegungen.. 24

5 ..... Empfehlungen

6 .... Literatur..

 

 

 

1     Zivilisationskrankheiten

Grundsätzlich ist vorweg zu schicken, dass jede Krankheit Ursachen hat. „Es gibt keine Krankheit, die ohne Ursache, sozusagen durch Zufall, willkürlich oder grundlos auftritt.“[1] Oft sind den Patienten die Ursachen ihrer Krankheiten völlig unklar, teilweise wird sogar behauptet, das erkrankte Organ sei „Ursache“ der Beschwerden. Hier werden also Symptome häufig mit Ursachen verwechselt. „Diese Verwechslung von Symptomen und Krankheit ist einer der Gründe, weshalb der Kranke sich nicht intensiver um die Ursachen seiner Krankheit kümmert, da für ihn der Fall ja geklärt ist, wenn er weiß, welches Organ bzw. welche Organe erkrankt sind.“[2]

 

„Jede Behandlung, die eine echte Heilung einer Krankheit anstrebt, setzt die Kenntnis ihrer Ursachen voraus. ... Das erste Mißverständnis beruht auf der Verwechslung von echter Heilung mit einer Linderung der Symptome.“[3] Weder kann ein Abführmittel heilen, noch ein Schmerzmittel. Kopfschmerz ist kein Aspirinmangel. Präparate, die körpereigene Substanzen bei unzureichender Eigenproduktion von außen zuführen sollen (Hormone, Magensäure etc.), werden den Körper niemals trainieren diese Substanzen vermehrt selbst herzustellen, eher im Gegenteil. Mit Blick auf körpereigene Transmutationsvorgänge[4] gilt dies prinzipiell sogar für die Vitamin- und Mineralstoffversorgung.

 

Es werden nur bekannte Maßnahmen verordnet. Da Heilmaßnahmen von der Kenntnis der Ursachen abhängig sind, lässt sich logischerweise schließen: Wenn keine Heilmaßnahmen verordnet werden, sondern die Behandlung in der symptomatischen Linderung stecken bleibt, sind die Ursachen unbekannt. Sie könnten dem Interessierten allerdings sehr wohl bekannt sein. Die Frage, wieso die Krankheitsursachen vielen nicht bewusst sind, kann eigentlich nur mit einem kollektiven Verdrängungsmechanismus erklärt werden. „Die Ursachen liegen immer in der Lebensführung. Heilung ist kaum denkbar, wenn man die Lebensweise nicht ändert.“[5] Vor Veränderungen jedoch sträubt sich der Mensch im Allgemeinen, sie werden oft als unbequem wahrgenommen. Nichtwissen bringt den Vorteil der Unbeschwertheit, bewahrt jedoch nicht vor den Konsequenzen.

 

Bei Zivilisationskrankheiten lassen sich eher ernährungsbedingte, eher lebensbedingte und eher durch toxische Umwelteinflüsse hervorgerufene Krankheiten unterscheiden.[6] Auch wenn stets alle Faktoren multifunktional zusammenwirken, soll das Augenmerk nun auf die eher ernährungsbedingten Ursachen gelegt werden und anhand einer kleinen Beispielsammlung weitverbreiteter Krankheiten der Einfluss der Ernährung deutlich werden.

1.1     Gebissverfall

1.1.1      Karies

Verbreitung: „98% der 10jährigen Schüler sind heute von Zahnkaries befallen. Vor 100 Jahren nahmen die 80jährigen noch sämtliche eigenen Zähne mit ins Grab. Heute ist dies eine Ausnahme.“[7] Der Anteil der gefüllten oder kariösen Zähne bei Erwachsenen und Senioren liegt im Mittel bei 12 Zähnen.[8]

Vorgang: Es handelt sich um eine Zerstörung der Zahnhartsubstanzen durch saure Stoffwechselprodukte von Bakterien, die in Anwesenheit von Kohlenhydraten den pH-Wert auf bis zu 3,5 herabsetzen können (Demineralisation).

Ursachen: Die Kariesentstehung wird von Art, Menge und Verweildauer der Nahrungskohlenhydrate in der Mundhöhle und von der Schutzwirkung des Speichels beeinflusst. Dabei ist jede Saccharoseart kariogen, aber auch Glucose, Fructose und Lactose. Industriellen Produkten wird oft versteckt Zucker zugesetzt, wobei sich die Deklaration „ohne Zucker“ lediglich auf Saccharose bezieht. Glucosesirup könnte trotzdem enthalten sein.[9] Langkettige Kohlenhydrate, wie z.B. Ablagerungen von Stärke, werden durch das Speichelenzym Ptyalin zu niedermolekularen Zuckern abgebaut.[10] Backwaren wie Brot verursachen dadurch ebenso Karies. Hinzu kommt, dass sie den Mund austrocknen.

Wenn Nahrung mit zu wenig Faserstoffen kaum gekaut wird, entsteht nicht genügend Speichel. Dies führt zu vermehrten Ablagerungen, da Nahrungsreste nicht weggespült werden. Außerdem wird nicht genügend neutralisierender Speichel zur Abpufferung der Säuren gebildet. Gründliches Kauen faserstoffreicher Nahrung regt den Speichelfluss an, massiert und strafft das Zahnfleisch und reinigt mechanisch Teile der Zahnoberfläche.[11] Das im Speichel enthaltene Kalziumphosphat kann durch Säuren herausgelöste Mineralstoffe ersetzen (Remineralisation), vorausgesetzt sie sind in der Nahrung auch im richtigen Verhältnis enthalten.[12] Zu häufiges Essen senkt den pH-Wert mehrmals am Tag auf ein kariogenes Niveau, weshalb längere Mahlzeitenabstände zur Zahnregeneration anzuraten sind.[13] Die Remineralisation wird durch gründliches Kauen mineralstoffreicher Lebensmittel begünstigt (Gemüse, Wildkräuter).

1.1.2      Parodontose

Schwund des Zahnbettes und Zahnfleischtaschen.

Verbreitung: „Parodontitis ist eine ‚Volkskrankheit’, fast jeder ist im Laufe seines Lebens irgendwann mehr oder weniger stark betroffen. Bei den über 40-jährigen gehen mehr Zähne durch Parodontitis verloren als durch Karies.“[14] Im Durchschnitt hat ein Erwachsener in Deutschland an ca. 8 Zähnen Zahnfleischtaschen von 4 bis 5 mm Tiefe.[15]

Vorgang: Die Erkrankungen entstehen durch langfristige Einwirkung von entarteten Bakterienstämmen, die im Biofilm unerwünschte Stoffwechselprodukte freisetzten. Wenn das eigene Immunsystem versucht, die Bakterien zu beseitigen bildet es Enzyme, die nicht nur die Bakterien, sondern auch das Eigengewebe zerstören.[16]

Ursachen: Generell führt eine chronische Unterversorgung mit Vitalstoffen zu dermatologischen Erkrankungen.[17] Das Zahnfleisch kann den Bakterien dadurch nicht genügend Widerstand entgegensetzen.[18] Bevor z.B. Vitamin-C-Mangel zu Skorbut führt, macht es sich als Zahnfleischrückgang bemerkbar („subklinisches Symptom“). Bei Zahnbetterkrankungen ist allgemein auf einen Ausgleich der Nährstoffdefizite zu achten.[19] Bei Zahnfleischentzündung sind auch Zusammenhänge mit Gefäßerkrankungen und Diabetes anerkannt[20], weil die Durchblutungsstörung des Zahnfleischs zu lokaler Vitalstoffunterversorgung führt.

1.1.3      Gebissanomalie

Verbreitung: 2005 gaben 45% der 12-jährigen und 58% der 15-jährigen an, dass bei ihnen eine kieferorthopädische Behandlung durchgeführt wurde oder geplant ist. In diesem Jahr wurden insgesamt 6.783.500 kieferorthopädische Behandlungen über die kassenärztliche Vereinigung abgerechnet.[21]

Vorgang: Unterentwickelte Kieferknochen führen zu Platzmangel insbesondere für die Weisheitszähne, die beim Durchbrechen die vorhandenen Zähne verschieben oder im Unterkieferast stecken bleiben. Wachsen die Milchzähne noch halbwegs komplikationsfrei, kommt es bei den bleibenden Zähnen häufig zu Zahnfehlstellungen.

Ursachen: „Die Zahl der jungen Menschen, die schön geformte Zahnbögen und regelmäßig stehende Zähne vorweisen können, wird immer kleiner. Die Unregelmäßigkeiten in der Kieferentwicklung, die in zu engen Zahnbögen und Schiefstellung der Zähne zum Ausdruck kommen, sind Folgen von Ernährungsfehlern der Eltern und Großeltern.“[22] In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass bei Fehlernährung in den nachfolgenden Generationen Zahnfehlstellungen, unterentwickelte Kieferknochen mit Platzmangel und seitlich durchbrechenden Zähnen wahrscheinlich durch degenerierte Nahrungseiweiße hervorgerufen werden, wie sie bei Hitzebehandlung oder Bestrahlung entstehen. Die Symptome werden bei gleichbleibenden Nahrungsgewohnheiten von Generation zu Generation gravierender.[23]

1.2     Erkrankungen des Bewegungsapparats

Stehen in Zusammenhang mit dem Gebissverfall, da beide Krankheitsformen sich in ähnlichem Bindegewebe abspielen. Stellen in den Versicherungssummen den teuersten Posten.[24]

1.2.1      Arthrose & Arthritis

Verbreitung: Arthrosepatientinnen und -patienten gehören zu den häufigsten Klienten des Gesundheitssystems. Im Jahr 2002 kam es insgesamt zu 336.833 stationären Behandlungen mit Arthrose als Hauptdiagnose. Für die Behandlung von Arthrosen wurden gut 7 Mrd. Euro aufgewendet. Etwa die Hälfte der Bevölkerung leidet im sechsten Lebensjahrzehnt unter Schmerzen des Hüft- oder Kniegelenks.[25]

Vorgang: Arthrose beginnt meist schleichend mit leichten, belastungsabhängigen Schmerzen. Dann können Schwellung des Gelenks und Gelenkerguss − sogenannte aktivierte Arthrose − auftreten. Zunächst ist nur der Knorpel betroffen, später entsteht eine Geröllzyste (Trümmerzyste) am Knochen. Sie stellt in der Regel eine mit Flüssigkeit gefüllte Vertiefung durch Beschädigung bis in den Markraum dar. Dann schmerzt es auch in Ruhe, besonders in bestimmten Positionen. Im Röntgenbild sieht man nach Abrieb der gleitenden Knorpelsubstanz die zunehmenden Unebenheiten und Zysten. Bei der Bewegungsprüfung treten Gelenkgeräusche auf, wo dann bereits nackter Knochen auf Knochen reibt. Es kommt zu Funktionsbehinderungen durch Verstümmelungen im Bereich der gelenknahen Knochen und Muskulatur.[26]

Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunreaktion, bei der es zu Kreuzreaktionen von fremden mit eigenen Antigenen kommt, die die Produktion von Antikörpern anregen.[27] Letztere erhöhen den Sauerstoffverbrauch auf das 10fache, wodurch es zur Bildung von Sauerstoffradikalen kommt („oxidativer Stress“). Der Sauerstoff regt u.a. die Bildung von sog. Eicosanoiden aus Arachidonsäure an, die zur Entzündung führen.[28] Die Bildung der Eicosanoide steht außerdem unter Kontrolle weiterer Neurotransmitter und Hormone.[29]

Ursachen: Die o.g. Arachidonsäure wird ausschließlich mit tierischen Nahrungsmitteln aufgenommen. Mit der in Industrienationen üblichen Kost werden täglich etwa 300 mg Arachidonsäure zugeführt, obwohl nur weniger als 0,1 mg verbraucht werden. Die Arachidonsäure reichert sich in den Körperzellen an und führt über die vermehrte Bildung von Eicosanoiden zur Entzündung. Desweiteren spielt ein Mangel an den antioxidativ wirksamen Vitaminen C und E, mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie den Omega-3-Fettsäuren, schwefelhaltigen Aminosäuren, sowie ein Missverhältnis bei Selen, Kupfer, Zink und Eisen eine Rolle.[30] Insgesamt lassen sich Stress, Mangelernährung und Alkoholkonsum als Ursachen ausmachen.

1.3     Stoffwechselkrankheiten

Erkrankungen, die direkt auf gestörte Stoffumwandlungen im Körper zurückzuführen sind. Mitbestimmende Ursache für quasi alle Zivilisationskrankheiten. „Die Endung –ose ist ganz allgemein eine Bezeichnung für degenerative Stoffwechselerkrankungen oder funktionelle Störungen nichtentzündlicher Art, während –itis einen entzündlichen Vorgang andeutet.“[31] Sämtliche Ablagerungskrankheiten fallen darunter (Gefäßerkrankungen, Arteriosklerose, Thrombose, Gallensteine, Nierensteine, Speichelsteine, z.T. Erkrankungen der Bewegungsorgane usw.). Die meisten ernährungsbedingten Krankheiten können als Störungen des Stoffwechsels erklärt werden.[32]

1.3.1      Fettsucht

Verbreitung: Bei Kleinkindern sind 15-20% überernährt, Schulkinder sind zu 25% fettsüchtig.[33] Je nach Statistik und Definition beträgt der Anteil Fettleibiger an der Gesamtbevölkerung 30-50%.[34]

Vorgang: Fettsucht ist ein großer Risikofaktor für Diabetes und führt zu einer verkürzten Lebenserwartung. Meist stirbt man an Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems oder einem bösartigen Tumor, deren Häufigkeit um bis zu 100% erhöht ist.[35] „Die außerordentlich intensive Krebsforschung hat schon sehr ins Einzelne gehende Befunde erarbeitet, die über die gestörten Stoffwechselvorgänge in der Krebszelle Aufschluss geben.“[36]

Ursachen: Fettsucht ist eine Folge von Fehlernährung und Bewegungsmangel. Oft wird Überernährung als Ursache genannt. „Wird bei zunehmendem Lebensalter die Energiezufuhr nicht reduziert, so kann das Beibehalten der Ernährungsgewohnheiten alleinige Ursache einer Gewichtszunahme sein.“[37] Die Krankheit kann jedoch erfahrungsgemäß gerade bei jüngeren Frauen auch bei äußerst geringer Kalorienzufuhr auftreten. Der völlige Verzicht auf Stärkeprodukte wie Brot, Nudeln und Backwaren bei gleichzeitiger Erhöhung des Rohkostanteils bringt z.T. schnell sichtbare Verbesserungen. Bei der Behandlung der Fettsucht wird häufig der Fehler gemacht, „daß zu wenig Fett und damit zu wenig fettlösliche Vitamine gegessen werden, wodurch sich die Fettsucht immer mehr verschlimmert ... Zur Erhaltung der Gesundheit sind lebendige Fette unerlässlich, d.h. Fette, die sowohl mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie fettlösliche Vitamine enthalten.“[38]

1.3.2      Diabetes

Diabetes ist eine chronische Erkrankung des gesamten Stoffwechsels.[39] Es wird u.a. der Typ-1 unterschieden, der zumeist bei Kindern und Jugendlichen auftritt, und der Typ-2, der ab dem 40. Lebensjahr die häufigste Diabetesform ist.

Verbreitung: Etwa 2.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr erkranken in Deutschland neu an Diabetes. Mit zunehmenden Alter steigt die Häufigkeit auf mehr als 20% bei den über 70-jährigen. Insgesamt sind ca. 5% der Bevölkerung bzw. 4.000.000 Menschen in Deutschland betroffen.[40]

Vorgang: Normalerweise wird Insulin bei einem Anstieg des Blutzuckerspiegels produziert, wie nach einer zuckerhaltigen Mahlzeit. Beim Diabetes Typ-1 greift der Körper die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse an, so dass es zu einem Insulinmangel kommt.[41] In Folge kann der Zucker nicht abgebaut werden und wird z.T. über den Urin wieder ausgeschieden (deswegen „Zuckerkrankheit“). Es kann auch strukturell verändertes Insulin auftreten.[42] Im Muskel- und Fettgewebe kommt es zu einem Glucosemangel, wodurch ausgleichend der Fettumsatz gesteigert wird und sich Fette im Blut anreichern. Eiweiße werden zerstört und ihre Produktion gehemmt. Es kommt zu Kaliumverlust und Störungen des Wasser-, Natrium- und Säure-Basen-Gleichgewichts.[43] Es gibt einen Zusammenhang zwischen arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen mit dem gestörten Zuckerstoffwechsel. 70% aller Zuckerkranken sterben an arteriosklerotischen Komplikationen und 90% aller Diabetiker, die länger als 10 Jahre krank sind, weisen eine Arteriosklerose sämtlicher Gefäße auf.[44] Wird der Blutzuckerspiegel zwischen den Mahlzeiten zu niedrig, führt das zu einem diabetischen Koma. Spätschäden sind Entleerungsverzögerungen des Magens, gestörte Dünndarmfunktion, ein träger Dickdarm und Stuhlinkontinenz. Desweiteren reduziertes Sehvermögen bis hin zu Erblindung und Schädigungen des Nervensystems mit Schweißausbrüchen, Impotenz, Blasenstörungen etc. Bekannt ist auch der diabetische Fuß als Folge von Durchblutungsstörungen.[45]

Ursachen: Nahrungsmittel, welche die Blutzuckerwerte sprunghaft ansteigen lassen, wie z.B. zuckerhaltige Getränke. Desweiteren gesättigte (tierische) Fette (z.B. in Wurst, Käse, fettem Fleisch, Konfekt, Gebäck, Cremetorten). Alkohol sollte vermieden werden, ebenso Kaffee. „Finnland hat den weltweit höchsten Kaffeeverbrauch pro Kopf der Bevölkerung und gleichzeitig die höchste Rate an Typ-1-Neuerkrankungen jährlich, während Länder mit niedrigem Kaffeekonsum, wie Japan oder Australien, auch sehr niedrige Neuerkrankungsraten aufweisen.“[46] Fehlendes oder nur kurzes mütterliches Stillen begünstigt wahrscheinlich Diabetes im Kindesalter. „Bei einer Ernährung mit Kuhmilchprodukten vor dem 8. Lebenstag fand sich eine um mehr als das Doppelte erhöhte Diabeteshäufigkeit.“[47] Kohlenhydratträger mit reichlich Faserstoffen und geringer Blutzuckerwirksamkeit sind zu empfehlen, also v.a. Gemüse, Salat und Hülsenfrüchte. Auch Obst wird als bevorzugte Kohlenhydratquelle angegeben. Bestimmte frische Früchte können zu einer verbesserten Zuckerregulation beitragen.[48]

1.3.3      Gicht

Verbreitung: Europaweit leiden etwa 3-5 % der Männer und 0,6 % der Frauen an Gicht, also mehr als 27 Mio. Menschen. Etwa 6 % der Behandlungsfälle in Arztpraxen fielen im Jahr 2009 auf die Gicht.[49]

Vorgang: Gicht ist eine Purin-Stoffwechselkrankheit. Purine sind organische Verbindungen mit 4 Stickstoffatomen N (Bestandteil von Eiweißen). Sie werden vom menschlichen Körper selbst gebildet und zu Harnsäure[50] abgebaut. Die Gicht ist Folge einer erhöhten Konzentration von Harnsäure im Blut (Hyperurikämie mit mehr als 0,4 mmol/l[51] bzw. mehr als 5mg/100ml[52]). Unterhalb dieser Konzentration stehen im Blut genügend Eiweiße zur Verfügung, um die in Wasser schwerlösliche Harnsäure zu transportieren und ihre Ausfällung zu verhindern. Ist der Harnsäure-Wert zu hoch, reicht dieses Schutz-System nicht mehr aus. Es kommt zur Ablagerung von Na-Monouratkristallen in Gelenken, in Sehnenscheiden mit schmerzhaften Entzündungen (Arthritis urica), im Nierenmark mit Bildung von Nierensteinen und bis zu 1 cm großen Gichtknötchen unter der Haut („Gichttophi“), oft am Außenrand der Ohrmuschel.

Ursachen: In tierischen Lebensmittel sind viele Purine v.a. in Haut und Innereien in hoher Konzentration enthalten.[53] Nicht nur im Mittelalter war die Gicht eine Wohlstandskrankheit, da nur reiche Leute größere Mengen Fleisch essen konnten. Sie gilt als Sinnbild der Völlerei. In Notzeiten ist sie extrem selten. Sie kann neben dem Genuss von Fleisch durch eine kalorienreiche Ernährung und Alkoholkonsum hervorgerufen werden.[54]

1.4     Erkrankungen der Verdauungsorgane

1.4.1      Darmerkrankungen

Verbreitung: Zwar sind nur etwa 5% aller Sterbefälle auf direkte Komplikationen der Verdauungsorgane zurückzuführen[55], das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass quasi alle Zivilisationskrankheiten mit einem gekippten bakteriellen Darmmilieu im Zusammenhang stehen („der Tod sitzt im Darm“). Weltweit sind Darmkarzinome die dritthäufigste Tumorart.[56] „Es ist heute für etwa 80% der Frauen über 50 Jahren in den zivilisierten Völkern selbstverständlich, dass sie ohne Abführmittel keinen Stuhlgang haben.“[57]

Vorgang: Eine zu lange Verweildauer von Nahrungsresten führt zu Fäulnisprozessen. Das natürliche Bakterienmilieu verschiebt sich und führt zur Bildung von Darmpilzen und Ausstülpungen der Darminnenwand, z.T. mit latent chronischen Entzündungen (Morbus Crohn). Bei zu wenig pflanzlichen Faserstoffen in der Ernährung kommt es zu einer dauerhaften Rückvergiftung durch liegengebliebene Schlacken. Das absichtliche Herauspressen auf der Toilette führt mit der Zeit zu einer weiteren Erschlaffung der natürlichen Darmperistaltik, so dass die Stuhlverstopfung immer schlimmer wird und die angesammelten Nahrungsreste zu einer krankhaften Vergrößerung des Darms führen, die in zunehmendem Alter auch äußerlich in Erscheinung tritt.

Ursachen: Die Darmfunktion wird wie bei allen Organen vegetativ, d.h. elektronisch und nicht mechanisch gesteuert.[58] Das bedeutet, dass die elektrochemischen Eigenschaften der Nahrung wesentlich zur Darmaktivität beitragen. Eine faserstoffreiche Ernährung saugt im Darm befindliche Abfallprodukte auf, so dass sie regelmäßig abtransportiert werden können. „In epidemiologischen Studien wird durchgängig beobachtet, daß das Krebsrisiko mit regelmäßigem Gemüseverzehr und einer ausreichenden Aufnahme von Fasern und Ballaststoffen um bis zu 50% sinkt. In der Mehrzahl der Studien erhöhen Fleisch, Proteine und Fett das Krebsrisiko; ...“[59] Ein weiterer Faktor für die Darmaktivität ist regelmäßige Bewegung. Körperliche Inaktivität erhöht das Risiko für Darmkrebs, ebenso Alkoholkonsum.[60]

1.5     Gefäßerkrankungen

1.5.1      Arteriosklerose

Verbreitung: Herz- und Kreislauftote waren in der Todesstatistik des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden im Jahr 2000 an erster Stelle. Rund eine halbe Million Menschen sterben daran jährlich in Deutschland. Im Alter von 27 Jahren wiesen 77% von 300 untersuchten amerikanischen Soldaten Merkmale einer Arteriosklerose auf (ein früher nicht gekanntes Phänomen). „In den USA fanden Kardiologen 1990 bei jedem dritten Kind Ablagerungen an den Gefäßwänden – schon im Alter von unter fünf Jahren.“[61]

Vorgang: Bei der sog. „Arterienverkalkung“ kommt es zu Ablagerung von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Schlagadern (Arterien). U.a. lagern sich Cholesterin in größeren Mengen ab, welches normalerweise der Hauptbestandteil der Zellmembranen ist.[62] Die Gefäßveränderungen entwickeln sich im Laufe von Jahren und Jahrzehnten und machen sich dabei durch keinerlei Krankheitserscheinungen bemerkbar. Ein Gefäßverschluss tritt dann also meist „plötzlich“ auf, wobei oft noch die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombose) aufgrund einer fehlerhaften Zusammensetzung des Blutes eine Rolle spielt. Die Verstopfung feiner Arterien, z.B. im Zusammenhang mit der Blutversorgung des Herzens oder des Gehirns, ist oft akut lebensbedrohlich.[63]

Ursachen: Es wurde lange diskutiert, ob es einen „Normalwert“ für die Cholesterin- und Triglyceridkonzentration im Blutserum gibt und ob ein Überschreiten dieses Wertes ein Risikofaktor für Arteriosklerose ist. Von dieser Annahme ist man wieder abgekommen.[64] Die erhöhten Cholesterinwerte in tierischen Fetten sind also nicht hauptverantwortlich für Arteriosklerose.[65] Die Schädigungen an den Gefäßwänden kommt vorwiegend durch Oxidation von Eiweißsubstanzen (Low Density Lipoprotein) zustande, die normalerweise für den Transport von wasserunlöslichen Substanzen (wie eben auch Cholesterin) im Blutplasma verantwortlich sind. Das Ausmaß der Oxidation „ist wesentlich von der Zufuhr an Antioxidantien, insbesondere den Vitaminen E, C und Carotinoiden bestimmt.“[66] Die in pflanzlichen Lebensmitteln enthaltenen Pflanzensterine, ungesättigten Fettsäuren, wasserlöslichen Faserstoffe in Kombination mit einem geringen Cholesteringehalt haben positive Effekte.[67] „Neben den antioxidativen Vitaminen und Carotinoiden finden sich weitere, bisher wenig beachtete und untersuchte Inhaltsstoffe mit antioxidativer Wirkung, in pflanzlichen Lebensmitteln. Es sind ... Flavonoide, wasserlösliche Substanzen, die sich in Obst, Gemüse, Gewürzen und Genussmitteln wie Wein und Tee finden.“[68] Es wird allgemein eine Verminderung der Fettzufuhr auf 30% der Energiezufuhr durch Reduzierung des Anteils an gesättigten Fettsäuren und eine abwechslungsreiche, vielseitige Obst- und Gemüsewahl mit ausreichender Zufuhr von Antioxidantien und Folsäure empfohlen.[69] Dem Knoblauch wird eine antiarteriosklerotische Wirkung nachgesagt. Knoblauch wurde bereits in altägyptischen Schriften aus der Zeit von 1550 v. Chr. als Heilmittel genannt.[70]

1.5.2      Herzinfarkt

Verbreitung: Bruker schreibt, „vor ca. 70 Jahren war der Herzinfarkt noch so selten, daß ich während meines Medizinstudiums keinen Krankheitsfall zu Gesicht bekam. Und heute ist er die häufigste plötzliche Todesursache der Männer im mittleren Alter.“[71] Im Jahr 2003 war der akute Myokardinfarkt in Deutschland für 9,4% bei Männern und bei Frauen für 6,5% aller Todesfälle verantwortlich. Auf die etwas weiter gefasste Definition der Koronaren Herzkrankheit geht insgesamt jeder fünfte Sterbefall zurück.[72]

Vorgang: Als Gefäßerkrankung eine Teilerscheinung der Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Es handelt sich um eine akute, lebensbedrohliche Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels aufgrund von Durchblutungsstörungen, in dessen Folge Teile des Muskelgewebes ganz absterben können. Das Herz erstickt. Die zugrunde liegende Arterienverstopfung entsteht zumeist über Jahrzehnte. Auslöser ist oft auch die Bildung einer Thrombose oder Gefäßverengungen aufgrund seelischer Belastung. Einer Arterienverstopfung oder Thrombose liegt eine Stoffwechselerkrankung zugrunde.

Ursache: „Die Herzinfarktrate liegt bei Vegetariern niedriger als bei nach Geschlecht, Alter und sozioökonomischem Status vergleichbaren Personen, die Fleisch verzehren.“ Es gibt Hinweise, dass das Fleisch über oxidativen Stress das Infarktrisiko steigert. In einer 15-jährigen Studie (Seven-Country-Study) starben in Griechenland 120 von 10.000 und in Finnland 972 von 10.000 an Herzinfarkt. Das wird der in Griechenland (Kreta) üblichen, mediterranen Kost mit einem vergleichsweise hohen Anteil an Obst und Gemüse, einfach ungesättigten Fettsäuren in Olivenöl und dem geringen Anteil an Fleisch und tierischen Fetten zugeschrieben.[73] Populationen mit einem hohen Verzehr an faserstoffreichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, wie die Bevölkerung der Mittelmeerländer, Vegetarier oder bestimmte Religionsgruppen, weisen sehr niedrige Konzentrationen von Eiweißen im Blut (Serumlipid) auf  und niedrige Infarktraten.[74]

1.6     Hautkrankheiten

1.6.1      Akne

Verbreitung: In unterschiedlicher Intensität sind fast 90% der 13- bis 25-jährigen betroffen.[75] In Industriestaaten tritt die Krankheit bei etwa 25% vor allem der Frauen im Alter zwischen 25-45 Jahren auf.[76]

Vorgang: Meist durch die Umstellung der Sexualhormone in der Pubertät ausgelöst, kommt es zu einer vermehrten, oft lokal entzündlichen Talgdrüsenfunktion.

Ursachen: Kosmetika fördern durch ihre stoffliche Zusammensetzung die Bildung von Mitessern und in Folge auch Akne. Weitere Faktoren sind Rauchen und Stress.[77] Der Fettanteil (Triglyceridanteil) der Hautoberfläche sinkt, wenn bei normalen Kohlenhydratmengen in Form von Stärke wenig Fett mit der Nahrung aufgenommen wird. Bei Zufuhr von Saccharose als Kohlenhydratquelle steigt er deutlich an.[78] Praktische Erfahrungswerte aus Beobachtungen der Patienten kennzeichnen folgende Lebensmittel als besonders ungünstig für Akne: Schweinefleisch, Wurst, Seefisch, Käse, Vollmilch, Schweineschmalz, Nüsse, Margarine und andere Speisefette, gebratene Nahrungsmittel, Schokolade, Süßigkeiten, süßes Gebäck, scharfe Gewürze, Kaffe und alkoholische Getränke.[79]

1.6.2      Neurodermitis

Verbreitung: In westlichen Industrieländern treten die Hautauschläge bei mind. 10% der Kinder und bei bis zu 12% der Erwachsenen auf.[80] Die Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Lebens betroffen zu sein liegt bei etwa 10-18%, in Städten häufiger als auf dem Land.[81] Zu Kontaktekzemen ist bemerkenswert, dass bei Auszubildenden des Friseurhandwerks bei 30% schwere Hautveränderungen auftreten, wodurch 20% zur Berufsaufgabe gezwungen werden.[82]

Vorgang: Aufgrund eines alarmierten Immunsystems (Allergie) werden Hautpartien rau und trocken, es juckt stark.

Ursachen: „Es kann davon ausgegangen werden, dass etwa 60% aller Fälle von Neurodermitis im Kindesalter durch eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln ausgelöst und unterhalten werden.“[83] Außerdem wird ein Zusammenhang mit frühzeitigen Impfungen gegen virusbedingte Infektionskrankheiten diskutiert.[84] Manchmal verschwinden die Symptome spontan mit dem Alter. „Am längsten bleiben in aller Regel die Reaktionen auf Ei, Milch, Soja, Weizen und Erdnüsse bestehen.“[85] Neurodermitis geht mit einem Hefepilzbefall im Darm aufgrund einer gestörten Darmflora einher. Daher wird eine kohlenhydratarme, insbesondere zuckerfreie Ernährung („Antipilzdiät“) empfohlen. Die Kost sollte keine Milchprodukte, Eier, Schweinefleisch, Fisch, Geflügel oder Lebensmittelfarbstoffe enthalten.[86] Es muss individuell ausgetestet werden, welche Lebensmittel besonders negativen Einfluss haben. Die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren sollte vermehrt werden.[87]

1.7     Erkrankungen des Nervensystems

1.7.1      Krankheiten des vegetativen Nervensystems

Das vegetative Nervensystem reguliert die körperlichen Vitalfunktionen wie Atmung, Pulsrate, Blutdruck und die Grundspannung der Muskeln (Muskeltonus).

Verbreitung: „Man schätzt, daß ungefähr 80% der Kranken, die die ärztliche Sprechstunde aufsuchen, an vegetativen Störungen leiden.“[88] Diese Krankheiten sind seit der industriellen Revolution stark angestiegen.[89]

Vorgang: Die meisten Symptome sind in den Augen der Schulmedizin körperlich nicht begründbar, wobei das vorrangig auf unzureichende Kenntnisse und Diagnosemethoden zurückzuführen ist. Erst wenn sich eine Funktionsstörung in Organschäden manifestiert, sind sie für Ärzte diagnostizierbar. Die leichteren Störungen des vegetativen Nervensystems wie die Migräne, Augenmigräne, Verdauungs- und Stoffwechselstörungen, die sexuelle Impotenz bei Männern und Frauen, verkürzte und flache Atemzyklen, Schwindelgefühle, Zittern, Herzklopfen, verstärktes Schwitzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, der Kloß im Hals, Übelkeit, empfindungsgestörte Hautpartien, Stimmungsschwankungen und innere Unruhe sind von seelischen Beschwerden manchmal kaum abzugrenzen. Symptome wie Konzentrations- und Leistungsstörungen, Erschöpfungszustände und chronische Müdigkeit, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen gehören in der ein oder anderen Ausprägung für eine Mehrzahl praktisch zum Lebensalltag.

Ursachen: Alkohol wirkt direkt toxisch insbesondere auf das Nervensystem[90], hier wäre also eher mit Kopfschmerzen zu rechnen. Die Vielfalt der möglichen Symptome eines geschwächten vegetativen Nervensystems spiegelt höchstwahrscheinlich die Menge der einwirkenden Störfaktoren wider. All die genannten Erscheinungen gehen bei erhöhtem Rohkostanteil in der Ernährung erfahrungsgemäß deutlich zurück. Bei individueller Austestung können oft auch einzelne Nahrungsmittelgruppen als Hauptursachen vermieden werden (z.B. Brot bei Kopfschmerzen). Ein großer Einfluss ist die mangelnde Psychohygiene, also der Anteil negativer Gedanken. „[Diese Erkrankungen] sind der Ausdruck dafür, wie weit die Lebensanschauung, sei es im bewußten oder unbewußten Bereich, den Menschen befähigt, mit den vielfältigen Anforderungen des modernen Lebens fertig zu werden.“[91] Zu diesen Lebensbedingungen zählen auch unbewusste Umwelteinflüsse wie ständiger Hintergrundlärm, unbemerkt flackernde künstliche Lichtquellen, Reizüberflutung, elektromagnetische, nichtelektromagnetische oder ionisierende Strahlenbelastung, Schadstoffe in Lebensmitteln, Luft, Trinkwasser, den Gegenständen des täglichen Gebrauchs etc. Dass die meisten dieser Faktoren von weniger sensiblen Zeitgenossen kaum wahrgenommen werden, macht es für die Betroffenen oft schwer ihre Bedürfnisse geltend zu machen, selbst wenn sie es nach oft jahrelanger Suche geschafft haben einzelne Faktoren als Hauptverursacher ihrer Symptome ausfindig  zu machen.

1.7.2      Alzheimer

Verbreitung:  Es gibt in Deutschland etwa eine Million Demenzkranke im Alter von über 65 Jahren. Bei schätzungsweise 40 bis 60% der Demenzkranken wird diese Erkrankung übersehen. Die Behandlungskosten beliefen sich im Jahr 2002 auf 5,6 Mrd. Euro.[92]

Vorgang: Verlust von Hirnsubstanz, die u.U. bereits im 5. Lebensjahrzehnt beginnt.[93] Einher geht eine Anreicherung von abnorm veränderten, stärkeähnlichen Eiweißsubstanzen außerhalb der Zellen (Amyloidbildung). Im Kern dieser Ablagerungen und vielen Zellen im Plaque sind erhöhte Konzentrationen von Aluminium gefunden worden.[94] Der menschliche Körper lagert die Plaque rund um den Fremdkörper Aluminium an, um das schädliche Metall vom Gewebe fernzuhalten und den Körper auf diese Weise zu schützen. Doch irgendwann reicht diese Schutzmaßnahme gegen das über die Lebenszeit angesammelte Metall nicht mehr aus und die Krankheit bricht aus.[95] Zuerst treten Schwindelgefühle, Merkfähigkeitsstörungen, allgemeine Leistungsschwäche und Gangstörungen, später Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur auf.[96]

Ursachen: Zu viel Aluminium in (zu saurem) Trinkwasser, kombiniert mit zu wenig Kalzium, Magnesium und Kieselsäure führt zur Hemmung enzymatischer Prozesse, so dass o.g. Ablagerungen entstehen.[97] Wasserwerke setzen Aluminiumsulfat als Antiflockungsmittel zu. Im Zuge von Geo-Engineering wird u.a. Aluminium in die Atmosphäre ausgebracht, von wo es auf Trinkwasserreservoire niedergeht und zu erhöhtem Aluminiumeintrag in Trinkwasser und Nahrungspflanzen führt.[98] Die Anfälligkeit für eine Aluminiumvergiftung steigt durch die kalzium- und magnesiumarme Ernährung der westlichen Welt. Saure Speisen lösen Aluminium aus Verpackungen. Aluminium ist in Deodorants und Kosmetika enthalten und wird über die Haut aufgenommen. Zu DDR-Zeiten war Essbesteck aus Aluminium weit verbreitet, Alufolie und -dosen sind es heute noch.

Ein weiterer Risikofaktor sind Zusätze von Maltose (Malzzucker) als Geschmacksverbesserer. „Maltose fördert die Fähigkeit von Aluminium, vom Blut ins Gehirn überzugehen und die Enzyme dort zu stören. Forscher, die ein Kaninchen untersuchen [heranzüchten] wollen, dessen Hirn durch alzheimerähnliche Beläge und Bündel stark geschädigt ist, füttern es mit Maltose.“ Maltose ist als Zusatzstoff in Kakaogetränken, Bier, Backwaren und vielen anderen Produkten erlaubt.[99]

Alzheimer wird durch mangelnde Konzentration von Carotinoiden und Vitamin E begünstigt. Da die Krankheit u.a. mit einer Schädigung durch freie Radikale erklärt wird, versucht man sie mit antioxidativen Vitaminen zu therapieren. Die abnormen Ablagerungen von Eiweißen im Gehirn können durch Antioxidanzien wie Vitamin C, E und β-Carotin unterbrochen werden.[100] Positive Erfolge wurden auch mit Kokosnuss- und Palmkernöl erzielt.[101] Nützlich sind sekundäre Pflanzenstoffe, wie z. B. Quercetin in Zwiebeln und Schnittlauch, Curcumin in Gelbwurzel, Resveratrol in Trauben etc.[102]eHejdfdfj

2     Ernährungstheorien

2.1     Hauptbestandteile organischer Materie

99% aller organischen Materie besteht aus den vier Elementen Wasserstoff H, Kohlenstoff C, Stickstoff N und Sauerstoff O. Sie werden nicht zu den Mineralstoffen gezählt, die das restliche Prozent ausmachen.[103] Aus diesen vier Elementen bestehen die drei wichtigsten chemischen Stoffgruppen: Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate.

2.1.1      Eiweiße (Proteine)

Diese Stoffgruppe enthält neben C-, O- und H-Atomen auch noch Stickstoff N, seltener Schwefel S. Seine für den Körper nicht verwertbaren Endprodukte sind der Harnstoff und die Harnsäure. Die Bestandteile der Eiweiße sind etwa 20 verschiedene Aminosäuren.

 

Dr. Bruker schreibt: „Diejenigen Eiweißarten, welche die 8 wichtigsten und unentbehrlichsten (die sogenannten essentiellen) Aminosäuren enthalten, werden als vollwertig bezeichnet. Im Anfang der Ernährungsforschung glaubte man, daß nur die Eiweißarten, die von Tieren stammen, vollwertig seien, während die Pflanzen minderwertiges Eiweiß enthielten, das sich hier nicht alle essentiellen Aminosäuren fänden. Obwohl sich diese Anfangstheorie, die auf mangelhafte Untersuchungsmethoden zurückzuführen war, schon längst als unhaltbar und falsch herausgestellt hat, gibt es auch heute noch viele Vertreter dieser These, die an den falschen Vorstellungen festhalten.“[104]

 

Komplexe Biomoleküle verändern unter Hitzeeinwirkung ihre räumliche Struktur, man sagt sie denaturieren. Am augenscheinlichsten wird dies beim Anbraten eines Spiegeleis. Ab einer Grenztemperatur wird das anfangs durchsichtige Eiweiß schlagartig undurchsichtig weiß. Menschliches Leben erlischt oberhalb von etwa 43 °C Körpertemperatur. Vögel haben im Flug eine Kerntemperatur in der Leber von bis zu 46 °C. Bioaktive Eiweiße denaturieren generell im Bereich 40-50 °C. Durch Fieber werden fremde Antigene zerstört, die meist schon bei geringeren Temperaturen denaturieren als körpereigene Eiweiße.

 

Es ist bekannt, dass pro Tag etwa 300 g Körpereiweiß zerfallen, die ersetzt werden müssen. Versuchspersonen mit einer durchschnittlichen Kost sondern mit der Atemluft Stickstoff N ab, welches vermutlich von überschüssigem Nahrungseiweißen kommt, die im Körper abgebaut werden, denn nur in Eiweißen ist Stickstoff in größeren Mengen vorhanden. Versuchspersonen hingegen, die sich über viele Monate hinweg von lediglich etwa 400 kcal ernähren – mit einer Ernährungsform, die von der russischen Ärztin Galina Schatalova empfohlen wird – reichern die Atmosphäre nicht mit Stickstoff an, sondern entziehen ihr sogar Stickstoff. Wenn mit diesem Stickstoff körpereigene Eiweiße gebildet werden, könnte das erklären, warum Supermarathon-Läufer und Bergsteiger, die ebenfalls die spezielle, kalorienarme Heilkostdiät erhielten, in verschiedenen Studien nicht mehr als 20 g Eiweiß zu sich nahmen und bei körperlichen Höchstleistungen ihr Gewicht halten konnten oder sogar noch zunahmen. Auch hat man festgestellt, dass in arteriellem Blut, dass durch die Atmosphärengase angereichert ist, bedeutend mehr N enthalten ist als in venösem Blut. Von Pflanzen ist bekannt, dass sie 9/10 ihrer grünen Masse aus den Gasen der Atmosphäre aufnehmen, sie können also aus Luftstickstoff Eiweiße herstellen. Entzieht man ihnen den Stickstoff unter einer Glasglocke, gehen sie sofort ein. Embryonen höherer Tiere bekommen dabei Missbildungen, z.B. bei Versuchen mit Hühnereiern. Da der Mensch den Luftstickstoff zur Herstellung körpereigener Eiweiße benötigt, wird er der Atemluft bei Raumstationen beigemischt.[105] Die Gefahr zu viel Eiweiße über die Nahrung aufzunehmen ist für Menschen in den Industrieländern wesentlich höher, als zu wenig davon zu essen, insbesondere wenn tierische Produkte verzehrt werden.

2.1.2      Fette

Fette bestehen nur aus C-, H- und O-Atomen. Man kann pflanzliche und tierische Fette unterscheiden. „Da die tierischen Fette Cholesterin enthalten und die pflanzlichen kaum, wurde irrtümlicherweise den tierischen Fetten die Schuld an der Ablagerung von Cholesterin bei der Arteriosklerose zugeschoben.“[106]

2.1.3      Kohlenhydrate

Die wichtigsten Kohlenhydrate sind die Stärke und Zuckerarten (Mono-, Di- und Polysaccharide), die aus Kohlenstoff C und Wasserstoff H im Verhältnis 2:1 bestehen. Bei gesundem Stoffwechsel kommt es im Körper zu einer vollständigen Zerlegung in einfache Zuckerarten und schließlich zu Kohlensäure (CO2) und Wasser (H2O). Dabei bleiben normalerweise keine schwer ausscheidbaren Endprodukte übrig.[107]

2.2     Energie und Kalorien

Zu Beginn der wissenschaftlichen Untersuchung der Nahrungsmittel entdeckte man zunächst die Grundnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Um die Frage zu beantworten, welche Mengen der Mensch davon benötigt, untersuchte man die enthaltene Energiemenge in Kalorie. Eine Kalorie (cal) ist die Wärmemenge, die benötigt wird, um 1 Liter Wasser um 1 °C zu erhöhen. Man stellte fest, dass 1 g Fett 9,3 kcal, 1 g Kohlenhydrat und 1 g Eiweiß jeweils 4,1 kcal enthielten. „Aus diesen Beobachtungen wurde dann weiterhin gefolgert, daß alle Nahrungsmittel, die nicht aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten bestehen – von den Salzen abgesehen –, für den Organismus wertlos seien. Sie wurden als Ballast bezeichnet.“[108] Ein Nahrungsmittel wurde zunächst als umso wertvoller angesehen, je mehr Kalorien und je weniger Ballaststoffe es enthielt. Man glaubte, der Mensch brauche je nach körperlicher Leistung (Grundumsatz zzgl. Arbeitsleistung) 2000-4000 Kalorien. Dieser Auffassung liegt die Vorstellung zu Grunde, dass der Mensch seine Energie allein aus der chemischen Verbrennung der Nahrung bezieht („Heizkesseltheorie“). Zur Therapie von Kranken wurden nach dem Schonungsprinzip Ballaststoffe wie die Cellulose von Getreidekörnern aus den Nahrungsmitteln entfernt, statt Kartoffeln gab es Kartoffelbrei, statt rohem Obst und Gemüse nur Weichgekochtes, weil man glaubte, „die grobe Nahrung würde die Schleimhäute ‚scheuern’; deshalb müsse alles weich sein.“[109]

 

Praktischen Erfahrungen zufolge ist auch eine jahre- und jahrzehntelange Ernährung mit nur etwa 400 kcal pro Tag möglich[110], bei höherer körperlicher Belastung (Supermarathonlauf) kurzzeitig bis zu 1000 kcal. Rechnerisch verlängert sich dadurch die Lebenserwartung auf 137 Jahre.[111] Die geringe Nahrungsaufnahme ist eine Frage der Gewöhnung. Erfahrungsgemäß resultiert eine wesentlich gesteigerte Ausdauerfitness und Gesundheit. Mangelernährung steht weniger im Zusammenhang mit der zugeführten Kalorienmenge, als vielmehr mit der zugeführten Menge an Vitalstoffen. Durch eine geringere Nahrungsmenge fallen weniger Schlackenstoffe (Stoffwechselendprodukte) an, so wird der Körper wesentlich entlastet. Die für die Verdauung benötigte Energiemenge ist ganz erheblich und kann bei einigen Nahrungs- und Genussmitteln den kalorischen Energiegewinn übersteigen.

2.3     Vitalstoffe

In der Folgezeit erkannte man die Bedeutung von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen, Sekundären Pflanzenstoffen, ungesättigten Fettsäuren, essentiellen Aminosäuren und Aromastoffen. Ballaststoffe nennt man seither Faserstoffe. Die meisten dieser sog. Mikronährstoffe werden als essentiell angesehen, d.h. sie könnten vom Körper nicht selbst produziert werden und müssten deswegen von außen zugeführt werden. Teilweise nimmt man bis heute an, dass „höhere“ Organismen einige Fähigkeiten „eingebüßt“ haben, alle benötigten Substanzen selbst herzustellen, und dass dies nur Pflanzen und „primitiven“ Organismen möglich ist.[112] Man könnte sich fragen, ob „höhere“ Organismen dann dazu irgendwann einmal in der Lage waren, warum sie es nun nicht mehr können sollen und ob sie es nicht u.U. wieder lernen können.

 

Dr. Joel D. Wallach geht davon aus, dass fast alle Menschen in Industriestaaten frühzeitig an einem Vitalstoffmangel versterben und nicht an natürlicher Altersschwäche.[113] Augenscheinlich ist jedoch, dass Nahrungsergänzungspräparate mit Vitalstoffen kein Ersatz für lebendige Nahrung mit Vitalstoffen in natürlicher Form sind. Dr. Bruker argumentiert, dass schließlich nur jene Vitalstoffe Eingang in künstliche Präparate finden können, die zur Zeit wissenschaftlich bekannt sind. Man führt seinem Körper damit also stets nur eine unvollständige Auswahl an Stoffen zu.[114] Es gibt starke Hinweise, dass es weitere wichtige Vitalstoffe gibt. Denn füttert man Versuchstiere mit einer künstlichen Kost aus reiner Weizenstärke, Kasein, Margarine, einem Mineralgemisch und zugesetzten Vitaminen, also so, dass alle derzeit bekannten Nährstoffe in den als optimal angenommenen Mengen enthalten sind, treten in der zweiten Generation ein geringeres Gewicht, Totgeburten und verzögerte Geschlechtsreife auf, in der dritten Generation eine gestörte Entwicklung des Nervensystems und in der vierten Generation sind sämtliche Tiere krank.[115]

Die Menschen in den westlichen Zivilisationen beteiligen sich millionenfach an einem gleichwertigen Experiment. Die englischen Ärzte Cleave und Campbell wiesen in ihrem Buch „Diabetes, Coronary Thrombosis and the Saccharine Disease“ nach, dass die genannten Krankheiten nur bei Völkern vorkommen, die Fabrikzucker, Auszugsmehle oder geschälten Reis zu sich nehmen. Die verschiedenen Unterkrankheiten brauchen dann rund 20 Jahre bis sie ausbrechen.[116]

2.3.1      Vitamine

Es gibt wasserlösliche und fettlösliche Vitamine. Man geht heutzutage davon aus, dass jede biologische Art nur ganz bestimmte Vitamine selbst herstellen kann.[117] „Jedes Vitamin hat seinen eigenen Wirkungsbereich. Außerdem ergänzen sich die einzelnen Vitamine in ihrer Wirkung. Für den richtigen und ungestörten Ablauf der komplizierten intermediären Stoffwechselprozesse ist das Vorhandensein aller Vitamine (und Vitalstoffe) nötig. ... das Verhältnis der einzelnen Vitamine untereinander [ist] von wesentlicher Bedeutung.“[118] Vitamine sind je nach Umgebungsbedingungen sehr hitzeempfindlich (Tab. 1 ). Sie werden durch Vermischung mit anderen Substanzen, Erhitzung, Konservierung usw. stark geschädigt, so dass es zu einer Verschiebung der Verhältnisse untereinander kommt. „Diese Verschiebung des natürlichen Gleichgewichts spielt bei der Entstehung der ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten eine ebenso wesentliche Rolle wie der Mangel an einzelnen Vitaminen.“[119]

 

Vitamin

Zerfall unter folgenden Bedingungen

A-Vitamine

bei etwa 100 °C und Luftsauerstoff, Licht

B1

bei 100 °C in alkalischer Lösung, lange Lagerung

B2

alkalische Lösung bei sichtbarem und UV-Licht

B5

bei 120 °C

B6

Hitze, Licht

B9 (Folsäure)

Hitze, Licht, Sauerstoff

B12

bei 100 °C in Lösung

C

Sauerstoff und andere Oxidationsmittel, Trockenheit

D

Licht

E

offene Lagerung, Tiefkühlen, Kochen mit Fett

K

Licht

Tab. 1 [120]                               

Bei gesunder Darmflora können auch Mikroorganismen im Dickdarm symbiotisch Vitamine produzieren.[121] Die meisten Vitamine wirken wie Enzyme.[122]

2.3.2      Enzyme

Enzyme sind Biokatalysatoren, d.h. sie steuern nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip jegliche chemische Reaktionen in Organismen. Enzymatische Reaktionen sind z.B. das Sauerwerden der Milch, die alkoholische oder die Essigsäure-Gärung. Beispiele für Enzyme sind das Pepsin im Magensaft oder das Trypsin im Darmsaft.

„Das im Mund gebildete Ptyalin dient zur Zerlegung der Stärke. Dieser Aufspaltungsvorgang kann durch bestimmte Lebensmittel, etwa durch Früchte die Fruchtsäuren enthalten, stark behindert werden. Als Folge dieser unzureichenden Zerlegung der Stärke durch Inaktivierung des Ptyalins kann es zu Gärvorgängen der Stärke im Gastrointestinaltrakt und daraus resultierenden Beschwerden wie Blähungen (Flatulenz) kommen.“[123] Dies ist ein wesentliches Argument gegen die in der Vollwerternährung empfohlenen Müslimischungen. Dass die Menge an Ptyalin im Speichel generell nicht ausreicht, um Stärke vollständig aufzuspalten, merkt man an der Zeit, die es braucht, bis z.B. Körner oder Brot beim Kauen anfangen süßlich zu schmecken.

Stärke kann des weiteren durch Amylase-Enzyme der Bauchspeicheldrüse zerlegt werden. Jedes Enzym braucht einen bestimmten pH-Wert, um wirksam werden zu können. Amylasen werden im sauren Milieu deaktiviert, funktionieren also bei starker Ausschüttung von Magensäure nicht, wie sie zur Eiweiß-Verdauung benötigt wird. Auch Fruchtsäuren können die Enzyme hemmen.[124] Das traditionelle Käsebrot ist also fast unverdaulich, weil eigentlich nur Stärke oder Eiweiße verdaut werden können. Beides zusammen ist ein enzymatischer Spagat. Analoges gilt strenggenommen für alle künstlichen Mischungen aus Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten.

Bei Temperaturen über 55-60 °C denaturieren die meisten Enzyme und verlieren ihre Aktivität.[125] Gekochtes Obst und Nahrungsmittelgemische bleiben deswegen wesentlich länger im Magen als frisches, reifes Obst, welches genau die für seine Verdauung benötigten Enzyme in bioaktiver Form enthält, sich fast von selbst verdaut und den Magen schnell wieder verlässt.

2.3.3      Ungesättigte Fettsäuren

Diese Stoffgruppe ist deswegen so wichtig, weil sie die Fähigkeit besitzen, mit anderen Stoffen neue Verbindungen einzugehen. Neutralfette sind eine Verbindung aus Glyzerin und Fettsäuren. Unter den Fettsäuren wiederum unterscheidet man gesättigte (reaktionsarme) und ungesättigte (reaktionsfreudige). Je nachdem, wie viele Stellen am Fettsäuremolekül noch für chemische Verbindungen frei sind, spricht man von einfach, zweifach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. An diesen freien Stellen kommt es im Organismus zu lebenswichtigen Verbindungen mit Eiweißstoffen (Lipoproteide).[126]

„Allgemein gilt die Regel, dass Fette, die viele ungesättigte Fettsäuren enthalten, bei Raumtemperatur flüssig oder ölig sind.“[127] Pflanzen- und Fischöle enthalten viele ungesättigte Fettsäuren.

Ungesättigte Fettsäuren können mit Sauerstoff zu Peroxiden reagieren (Ranzigwerden). Diese Fette führen innerhalb des Organismus zu Membranschäden an den Zellen (durch Bildung von freien Radikalen). Dieses Ranzigwerden wird normalerweise durch Vitamine und andere natürliche Antioxidanzien verhindert.[128] Da diese Vitamine (s.o.) bei längerer Lagerung, Wärme- und Lichteinwirkung zerfallen, sollte man Speiseöle wie z.B. Leinöl[129] kühl und dunkel extrahieren, lagern und verarbeiten.

2.3.4      Aminosäuren

Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweiße. Ehemals wurden neun[130], mittlerweile werden acht Aminosäuren als essentiell eingestuft, d.h. es wird bis heute allgemein angenommen, dass diese von außen zugeführt werden müssen. Russische Ernährungswissenschaftler konnten allerdings nachweisen, dass auch diese Aminosäuren von den Mikroorganismen in unserem Dickdarm produziert werden können. Voraussetzung für dieses symbiotische Verhalten ist eine gesunde Darmflora.[131] Auch in Obst und Gemüse sind Aminosäuren enthalten, die zu körpereigenem Eiweiß zusammengesetzt werden können. Hierbei ist im Gegensatz zu körperfremden Eiweißen vorher keine energieaufwändige Zerlegung in die Aminosäurebestandteile notwendig, da die Grundbausteine direkt verwertet werden können.

2.3.5      Aromastoffe

Bisher hat sich die wissenschaftliche Ernährungsforschung noch wenig um diese Stoffgruppe gekümmert.[132] Sie dienen im menschlichen Organismus ganz offensichtlich zur Anregung des Appetits und in Folge zur Auslösung von Speichelfluss. Dabei sind die mit dem Speichel abgesonderten Enzyme optimalerweise auf die im Nahrungsmittel enthaltenen Moleküle abgestimmt. Bei aromatischer Manipulation von Genussmitteln stehen deswegen vermutlich nicht die zur Verdauung benötigten Enzyme in der richtigen, verhältnismäßigen Zusammensetzung bereit.[133] Aromastoffe sind hitzeempfindlich. Der Geschmack von rohem Obst und Gemüse geht beim Kochen verloren, weswegen den Nahrungsmitteln Gewürze und Salz zugesetzt werden.

2.3.6      Faserstoffe

Faserproteine haben ein Achsenverhältnis von 1:10 bis mehr als 1:100. Sie dienen in den Zellen als Stütz- und Gerüstsubstanzen.[134] Faserstoffe können nur teilweise direkt durch die Enzyme im Darm aufgespalten und durch die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Die meisten sind nur von Mikroorganismen zerlegbar.[135] Bei Cellulose wurde z.B. gezeigt, dass drei Viertel aller Zellwände verschiedener Früchte und Pflanzen von Bakterienkulturen im Dickdarm zersetzt werden können.[136]

Die häufig vorkommende Cellulose, Hemicellulose, Lignin und Pectine tragen ganz wesentlich zur Verdauung bei, indem sie wie ein Schwamm den Wasserhaushalt (Viskosität) regulieren und die Resorption anderer Komponenten in der Nahrung beeinflussen (Ionenaustauscher). Weiterhin wird angenommen, dass Kohlenhydrate im Darm langsamer aufgenommen werden, wodurch es zu einem geringeren Blutzuckeranstieg nach dem Essen kommt.[137] Dies könnte ein Grund sein, warum unsere nächsten Verwandten, die Affen, zu Obstmahlzeiten stets auch etwas grüne Blätter oder Kräuter verzehren. Bruker nimmt an, dass dafür eher andere Vitalstoffe in Frage kommen.[138]

Obwohl ihr Vorhandensein in der Nahrung für eine störungsfreie Verdauung also absolut unverzichtbar ist, werden Faserstoffe auch in modernen Lehrbüchern immer noch nicht als „essentiell“ angesehen. [139] Und dies obwohl bekannt ist, dass zu geringe Mengen zu Ausstülpungen der Darmschleimhaut führen können, wovon 50% der über 60-jährigen in den Industriestaaten betroffen sind (Vegetarier seltener als Nichtvegetarier).[140]

2.3.7      Mineralstoffe und Spurenelemente

Von Mineralstoffen, die in Mengen größer als 50 mg/kg Körpergewicht vorkommen, sollten theoretisch auch täglich mehr als 50 mg zugeführt werden. Dies wären z.B. Natrium, Magnesium, Kalium, Calcium, Phosphor, Schwefel und Chlor. Spurenelemente sind alle Mineralstoffe, die mit weniger als 50 mg/kg Körpergewicht vorkommen. Der verbreiteten Lehrmeinung zufolge sind einige für den Körper essentiell und müssen demzufolge zugeführt werden. Das wären namentlich Chrom, Eisen, Fluor, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Silizium, Vanadium, Zink und Zinn.

Wie aus Veröffentlichungen des französischen Wissenschaftlers Corentin Louis Kervran ab 1959 hervorgeht, sind lebende Organismen unter bestimmten Bedingungen in der Lage Mineralsstoffe auch ohne äußere Zufuhr zu produzieren.[141]

3     Manipulation der Nahrungsmittel

3.1     Verarbeitungsmethoden

Die reichhaltigsten Vitalstoffe sind in völlig unverarbeiteten Lebensmitteln aus der Natur zu finden, also ungefähr in absteigender Reihenfolge in grünen Wildpflanzen, wildem Obst und Gemüse, rohen Nüssen, kultiviertem Obst und Gemüse, keimfähigen Samen und Getreidekörnern. Wenn man letztere ankeimen lässt, sind sie gerade im Winter ein brauchbarer Ersatz für Wildpflanzen.

 

Der erste, noch relativ geringe Verlust von Vitalstoffen entsteht bei der mechanischen Veränderung der Lebensmittel. Also beim Schneiden, Pressen und Mischen. Beim Mischen ist es für die Verdaulichkeit ganz entscheidend was miteinander vermischt wird. Die Vitalstoffe gehen jeweils beim Kontakt mit dem Luftsauerstoff (Oxidation) und dem Umgebungslicht verloren.[142] Je nach Mischung ergeben sich zusätzliche Verluste durch unerwünschte und quasi zufällige chemische Reaktionen. Konkret bedeutet das, der frische Obstsaft ist schon weniger wert als das volle Obst und der angerichtete Salat weniger als die puren grünen Blätter.

 

Die nächst höhere Verarbeitungsstufe ist die Fermentation, also die durch Eigenfermente (z.B. Kakao), Hefe oder Bakterien umgewandelten Nahrungsmittel wie Gärsäfte, alkoholische Gärgetränke wie Wein und Bier, Sauerkraut, Schabefleisch oder Käse. Hierbei gehen viele Vitalstoffe durch Oxidation verloren, da die Nahrungsmittel durch die Mikroorganismen und Fermente langsam abgebaut (chem. Verbrannt) werden. Dass sie trotzdem genießbar sind, liegt an der Bildung neuer Aromastoffe (unfermentierter Kakao schmeckt z.B. anders). Hinzu kommen noch potentiell süchtig machende Substanzen, aber auch einige B-Vitamine.

 

Sehr verbreitet ist die Erhitzung, das Dünsten, Kochen, Backen, Braten, also alles, was über 42°C erwärmt wurde. Das ist bekanntlich ungefähr die Temperaturschwelle, ab der sich lebensaktive Eiweiße in ihrer räumlichen Struktur so verändern, dass sie biologisch inaktiv, also „tot“ werden (s. 2.1.1). Gleiches gilt für sehr viele Vital- und Aromastoffe. Die ursprünglichen Vitamin- und Mineralverhältnisse verschieben sich. Auch bei den Mineralien ist es nicht gleichgültig, ob sie in biochemisch aktiven Verbindungen aufgenommen werden (z.B. Magnesium in lebendigem Chlorophyll) oder ob sie in einer Lösung frei herumschwimmen. Erstere werden vom Darm und den Körperzellen wesentlich besser aufgenommen. Neben der Temperatur spielt auch die Dauer der Erhitzung eine wichtige Rolle. Wenn schon Dünsten, Garen oder Tee aufbrühen, dann wirklich nur kurz! Das Gemüse sollte bissfest bleiben. Beim Brot gibt es alternativ das Essener Brot, welches traditionell bei niedrigen Temperaturen aus angekeimten Getreidekörnern hergestellt wird.[143] Noch besser wären natürlich unerhitzte, frische Körner.[144] Denn in Tierversuchen mit Jungtieren konnte man zeigen, dass 2 g des unverarbeiteten Ausgangsmehls das Wachstum genauso fördern wie 6 g Vollkornbrot. Hier sind also durch die Erhitzung Vitalstoffe verloren gegangen.[145]

Die negativen Auswirkungen erhitzter Nahrung sind in zahlreichen Tierversuchen belegt. Bekannt sind die Pottenger’schen Katzenversuche, die gezeigt haben, wie bei Katzen v.a. die nachfolgenden Generationen unter den Folgen erhitzten Fleisches und erhitzter Milch zu leiden haben. Francis M. Pottenger führte von 1932 bis 1942 in Kalifornien systematische Forschungen durch. Dabei kam er über acht Katzengenerationen zu folgenden Ergebnissen: Katzen von gesunden Eltern, die während ihres ganzen Lebens mit rohem Fleisch einschließlich der Eingeweide und Knochen, ein klein wenig Milch und Lebertran ernährt wurden, entwickelten sich normal. Entwicklungsstörungen treten bei einer Kostumstellung auf, mit für die menschliche Ernährung zubereitetem Fleisch und Muskeln, Herz und Hirn, welches durch Kochen, Backen, Rösten, Braten oder Grillen erhitzt wurde. Die Degenerationserscheinungen betreffen in der ersten Generation (eitrige) Zahnfleischentzündungen und Parodontose. In der zweiten Generation Zahnfehlstellungen durch zu enge Kieferpartien, seitlich durchbrechende Eckzähne oder gar Verlust derselben. Die dritte Generation zeigt noch schlimmere der o.g. Symptome, die Weisheitszähne bleiben nun im Unterkieferast stecken und die Katzen leben nur sehr kurz. Rohe Milch und Lebertran konnten diese Degenerationen nicht aufheben. Der körperliche Verfall ist bei Beibehaltung dieser Kost von Generation zu Generation gravierender. Es benötigt vier Generationen rohe Nahrung, damit Katzenmütter der zweiten Generation wieder körperlich gesunde Nachkommen gebären können. Die gleichen Probleme treten bei Versuchen mit zwar rohem Fleisch, aber bestrahlter[146], pasteurisierter oder pulverisierter Milch und Kondensmilch auf.[147]

 

Die nächste Methode ist die Konservierung. Dabei sind nicht nur Büchsenkonserven gemeint, sondern konserviert wurde seit alters her noch relativ schonend durch Trocknung (Lufttrocknung). Dann kam Salzen, Einlegen, Erhitzen, Räuchern und in neuerer Zeit chemische Verfahren hinzu, die wegen der gesundheitlich bedenklichen Wirkung möglichst vermieden werden sollten. Auch das Konservieren durch Kälte verändert die Lebensmittel. Im Kühlschrank ist kaum eine Veränderung feststellbar. Beim Tiefkühlen sollen angeblich nur minimale Vitaminverluste auftreten. Allerdings dehnt sich das enthaltene Zellwasser aus und zerstört dabei die komplette Innenstruktur aller Zellen. Dadurch kommt es bei längerer Lagerung und besonders beim Auftauen zu unkontrollierten chemischen Reaktionen im Produkt, da nun quasi nicht mehr alle Moleküle an ihrem ursprünglichen Platz sitzen, sondern durcheinandergeraten sind.

 

Von einem gesundheitlichen Standpunkt ausgesehen völlig inakzeptabel sind Präparate, also durch technische Prozesse gewonnene Produkte. Ihre Wirkung ist mit den Wirkungen natürlicher Lebensmittel nicht mehr zu vergleichen. Wie tot sie sind, erkennt man schon an ihrer fast unbegrenzten Haltbarkeit, sie sind also selbst für Mikroorganismen ausgesprochen unbekömmlich, und das gilt auch für Auszugsmehle und nicht nur für Kunstfette wie Margarine oder Fabrikzucker. Spätestens diese Produkte sind reine Genussmittel auf Augenhöhe mit Tabakwaren und Alkohol.

3.2     Beginn von Ackerbau und Viehzucht

Oft wird behauptet, die Menschen wären früher gesünder gewesen. Dies muss sicherlich genauer betrachtet werden. Neben den natürlicheren Umwelteinflüssen aufgrund einer intakten Natur und dem geringeren seelischen Druck bedingt durch einen ruhigeren Lebenswandel, stellt sich die Frage, inwieweit sich die Ernährung im Laufe der Geschichte verändert hat.

 

In einer Veröffentlichung von Wissenschaftlern des Zoologischen Instituts der Universität Melbourne vom Juni 1993 „Die Ursprünge der Landwirtschaft – Eine biologische Sichtweise und eine neue Hypothese“ wird von einem nüchternen biologischen Standpunkt aus betrachtet der Frage nachgegangen, warum der Mensch vor ca. 10.000 Jahren begann Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, obwohl die Einführung der Landwirtschaft ihm viele Nachteile einbrachte. Ihre Theorie fußt auf der gegenwärtig wissenschaftlich akzeptierten Annahme, dass sich der Mensch vorher als Jäger und Sammler betätigt hat. Sie beleuchten den Widerspruch, dass Jäger und Sammler typischerweise weniger für die selbe Menge an Nahrung arbeiten mussten, gesünder waren und Hungersnöten weniger ausgesetzt waren als einfache Bauern. Das Modell der natürlichen evolutionären Auslese durch Anpassungsvorteile ist für das plötzliche Auftreten der Landwirtschaft nicht ausreichend. Vom Standpunkt der Verhaltensforschung stellt sich die Frage, wieso dieses Verhalten, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, verstärkt wurde.

 

Der Übergang zum Ackerbau begann vor ca. 10.000 Jahren im Mittleren Osten, wo zunächst Getreide kultiviert wurde. Etwa vor 7000 Jahren kamen Obstbäume, Gemüse und in Asien Reis hinzu. Vor dieser „Neolithischen Revolution“ gab es keine Vorratsgruben und Verarbeitungswerkzeuge, die für Konsum von Getreide notwendig sind. Milch stand ohne Viehhaltung nicht zur Verfügung. Die Ernährung der Menschen bestand hauptsächlich aus unverarbeiteten Früchten, Nüssen und anderen Pflanzenteilen, sowie etwas Fleisch. Die Menschen waren „hauptsächlich früchteessende Allesfresser ..., deren Ernährungsmuster dem moderner Schimpansen ähnlich war“.

 

„In sehr guter Näherung hatte jede auftretende Zivilisation Getreideanbau als Existenzgrundlage, und wo Getreide kultiviert wurde, tauchte eine Zivilisation auf.“ Die Landwirtschaft kann also zumindest als zivilisationsstiftender Faktor angesehen werden. Obwohl uns die Zivilisation fraglos eine Reihe von Vorteilen eingebracht hat, zeigen vergleichende Studien, dass „sich die Gesundheit von Bevölkerungen, die den Getreideanbau übernahmen, verschlechterte.“ Dies sei größtenteils eine Folge von verminderter Nahrungsmittelqualität als Begleiterscheinung des Getreideanbaus gewesen. Da es auch keine Erleichterung war, sondern im Gegenteil eine schlechtere Ernährung, geringere Verlässlichkeit in der Verfügbarkeit und einen höheren Arbeitsauwand bedeutete, wieso fing der Mensch damit an? Und wieso blieben in vielen Teilen der Erde Bevölkerungen bis vor kurzem Jäger und Sammler (Indianer...), obwohl ihnen die Methoden des Ackerbaus und der Viehhaltung schon lang bekannt waren? Ja sie lehnten diesen Schritt sogar ab?

 

Vielleicht liefert die Nahrungsmittelpharmakologie darauf eine Antwort. „Forschergruppen unter Zioudrou (1979) und Brantl (1979) fanden sowohl opiatähnliche Aktivität bei Weizen, Mais und Gerste (Exorphine), sowie bei Kuh- und Muttermilch (Kasomorphin), als auch stimulierende Aktivität bei diesen Proteinen und bei Hafer, Roggen und Soja. Das Exorphin des Getreides ist viel stärker als das Kasomorphin der Kuh, welches wiederum stärker ist als menschliches Kasomorphin. Mycroft et al. (1982, 1987) fanden in Weizen und Milch ein Analogon der Substanz MIF-1, einem natürlich auftretenden dopaminergen Peptid.“ Diese Substanzen können allesamt vom Darm aufgenommen werden und entfalten eine schmerzstillende und angstreduzierende Wirkung, wie sie normalerweise „bei vom Mohn abgeleiteten opiatähnlichen Substanzen auftreten. ... Die meisten gebräuchlichen, abhängig machenden Drogen sind entweder opiatähnlich (z.B. Heroin und Morphin) oder dopaminerg (z.B. Kokain und Amphetamin) und wirken durch die Aktivierung von Belohnungszentren im Gehirn. Folglich sollten wir fragen, ob diese Befunde bedeuten, daß Getreide und Milch auf chemische Weise belohnend wirken. Sind Menschen in irgendeiner Weise ’süchtig‘ nach diesen Lebensmitteln?“

 

Die Forscher schreiben, dass eine natürliche Anpassung an diese Exorphine in Milch und Getreide aufgrund der kurzen Zeitspanne kaum stattgefunden haben kann, zumal erwachsene Menschen „normalerweise keine Milch welcher Art auch immer“ trinken. Eine natürliche Funktion ziehen sie nicht in Betracht. Aus mehreren Studien zur Nahrungsmittelintoleranz sei bekannt, dass die Patienten oft ein starkes Verlangen, Sucht und Entzugserscheinungen bei Weizen, Milch, Ei, Mais, Käse, Kartoffeln, Kaffee, Reis, Hefe, Schokolade, Tee, Zitrusfrüchte, Hafer, Schweinefleisch, Scholle, Zuckerrohr und Rindfleisch zeigten. „Brostoff und Gamlin (1989:103) schätzten, dass 50% der Patienten mit Intoleranz ein starkes Verlangen nach den Nahrungsmitteln haben, welche ihnen Probleme bereiten, sowie Entzugserscheinungen haben, wenn diese Nahrungsmittel aus ihrer Diät ausgeschlossen werden. Die Entzugserscheinungen sind vergleichbar mit denen, die man bei Drogenabhängigkeit kennt (Radcliffe 1987:808).“ Gefühle der „Gemütlichkeit und des Wohlbehagens“ nach Mahlzeiten mit Brot oder Milcherzeugnissen hätten nichts mit der populären Vorstellung zu tun, der Körper teile dem Gehirn mit, was er für seine Ernährung brauche, da diese Nahrungsmittel vor der Einführung der Landwirtschaft bedeutungslos waren.

 

„Wenn ein durchschnittlicher Mensch Getreide und Milch in für heutige Verhältnisse normalen Mengen verzehrt, werden Belohnungszentren im Gehirn aktiviert. Nahrungsmittel, welche vor der Einführung der Landwirtschaft zur alltäglichen Ernährung gehörten (Früchte usw.), besitzen diese pharmakologische Eigenschaft nicht. Die Wirkungen von Exorphinen sind qualitativ die selben wie sie bei anderen opiatähnlichen und/oder dopaminergen Drogen auftreten, also Belohnung, Motivation, Angstreduktion, ein Gefühl des Wohlbehagens und vielleicht sogar Sucht. Obwohl die Wirkung einer typischen Mahlzeit quantitativ geringer ist, als die einer Dosis der genannten Drogen, erleben die meisten heutigen Erwachsenen diese Wirkung mehrmals am Tag und das an jedem Tag ihres Lebens.“ Es steht zu vermuten, dass das Verhalten vieler Menschen dadurch beeinflusst werden kann. Die Forscher beantworten die Eingangsfrage wie folgt: „Getreide- und Milchprodukte sind keine natürlichen menschlichen Nahrungsmittel, sondern werden eher bevorzugt, weil sie Exorphine enthalten. Diese chemische Belohnung war der Anreiz für die Einführung des Getreideanbaus im Neolithikum. Der regelmäßige Konsum dieser Substanzen erleichterte die Verhaltensänderungen, welche zum darauf folgenden Auftauchen der Zivilisation führten.“

 

Detailliertere Informationen und eine Diskussion sind der Originalveröffentlichung zu entnehmen.

3.3     Der Übergang ins Industriezeitalter

Noch bis zur Jahrhundertwende um 1900 wurden die wichtigsten Lebensmittel wie Brot, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Fleisch, Milch, Käse und Eier ohne Zwischenschaltung einer industriellen Verarbeitung genossen. Heutzutage ist fast kein Produkt aus dem Supermarkt nicht von einer industriellen Manipulation betroffen, die nicht nur auf ein besseres Aussehen und einen verlockenderen Geschmack abzielt, sondern vor allem auch auf eine möglichst lange Haltbarkeit. Insbesondere letztere widerstrebt ganz erheblich gesundheitlichen Interessen, da sie quasi voraussetzt, dass ein Produkt „tot“ ist, also möglichst „keimfrei“, biochemisch kaum reaktionsfreudig, mit einem gravierenden Mangel an Biophotonen und feinstofflicher Feldstruktur[148].

 

Die traditionellen Ausgangsprodukte haben sich im Laufe der Jahrzehnte entscheidend verändert. Verwendete man bis zum 19. Jh. nur Vollkornmehl, wurde daraus im Zuge der Industrialisierung Weißmehl. Die Milch begann man Ende des 19. Jahrhunderts zu pasteurisieren. Dabei wird die Milch für 15-40 sec. auf 72-57 °C erhitzt, wobei mehr als 99,9% aller Keime abgetötet werden.[149] Mittlerweile werden über 70% des Milchbedarfs sogar mit ultrahocherhitzter H-Milch gedeckt, wobei die Milch für 2-3 sec. auf 135-150°C erhitzt wird und sofort wieder auf 4-5 °C heruntergekühlt.[150]

Auch beim Öl sieht man die zunehmend drastischere Verarbeitung. Das Olivenöl wurde z.B. schon um 3500 v. Chr. auf Kreta[151] durch einfaches Mahlen und anschließendes Pressen gewonnen, wobei die Temperatur nicht über 40 °C stieg. So konnte nur etwa 40% des Öls gewonnen werden. Deswegen führte man irgendwann einen zweiten Pressvorgang unter Hinzugabe von heißem Wasser ein. Öle aus der Erstpressung wurden nun unter dem Etikett „kaltgepresst“ verkauft, heißgepresste Öle aus der Zweitpressung waren meist nicht speziell gekennzeichnet. Durch Einführung moderner Hydraulikpressen kann jetzt über 90% des Öls aus der Erstpressung gewonnen werden.[152] Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen der höhere Druck auf die Inhaltsstoffe hat. Seit 2003 darf das Wort „kaltgepresst“ nur noch für Öle verwendet werden, die beim Pressen auf nicht mehr als 27 °C erwärmt werden. Die Unterscheidung der Olivenöle erfolgt nach dem Anteil der freien Fettsäuren, je mehr freie Fettsäuren, desto „ranziger“ ist das Öl durch Oxidierung der wertvollen, ungesättigten Fettsäuren. Die erste Güteklasse „nativ extra“ enthält höchstens 0,8 g freie Fettsäuren pro 100g, die zweite Güteklasse „nativ“ höchstens 2 g, weil eine stärkere Pressung mit höheren Wärmegraden zum Einsatz kommt, und in der dritten Güteklasse „Standard“ kann mit chemischen Lösungsmitteln extrahiert werden.

 

Bei der Extraktion von Speiseölen wird meist n-Hexan verwendet, welches wie Waschbenzin zur Textilreinigung wirkt. Anschließend wird gereinigt (raffiniert); entlecithiniert, d.h. Abscheidung von Lecithin, welches essentiell für die Bildung von Zellmembranen ist; durch Filtration, Zentrifugation und Zugabe von Phosphorsäure entschleimt; dann mit Natronlauge oder 200°C heißem Dampf entsäuert; die sekundären Pflanzenstoffe wie Carotinoide oder Chlorophyll werden mit Salzsäure oder bei 110 °C mit Aktivkohle herausgebleicht; gegen Flockung bei Kälte wird winterisiert; zur Verdeckung der entstandenen unerwünschten Gerüche bei 240-280°C mit heißem Wasserdampf mehrere Stunden desodoriert und geschmacklich wieder aufbereitet.[153] Wie man erkennen kann geht es v.a. um schönes Aussehen, denn das Öl soll im Kühlschrank nicht eintrüben. Dass dabei die wertvollen Vitalstoffe verloren gehen, ist für die Industrie schlichtweg kein Kriterium. Die in Fertigprodukten verwendeten Öle werden hauptsächlich durch chemische Vorgänge gewonnen. Durch weitere Modifikationen können aus raffinierten Ölen feste (gehärtete) Fette hergestellt werden. Margarine ist das bekannteste Beispiel. Sie wurde 1869 im Auftrag von Napoleon III. als Alternative für Butter erfunden, die für seine vielen Soldaten zu teuer war. Sie wurde damals aus Körperfett geschlachteter Rinder gewonnen (Rindertalg). Bis heute wird Margarine mit großangelegten PR-Kampagnen, Werbung, dubiosen Internetauftritten oder durch mit Drittmitteln finanzierte Studien als „gesund“ angepriesen, obwohl längst bekannt ist, dass die u.a. enthaltenen, klebrigen trans-Fettsäuren sich an den Zellwänden und Adern festsetzen und zu Arteriosklerose, Bluthochdruck und Diabetes führen.[154]

 

Auch die Konservierungsmethoden wurden im Laufe der Geschichte immer umfangreicher und ausgefeilter.[155]Im Kern geht es um die Verminderung von Wachstumsfaktoren für Mikroorganismen wie etwa Temperatur (Tiefgefrieren, Erhitzen), Wasser (Trocknen, Salzen), pH-Wert (Säuern) und Sauerstoff (luftdichter Verschluss). Bei Obst bedient man sich verschiedener Konservierungsmethoden der Schale (z.B. bei Zitrusfrüchten), der Abtötung von Keimen in Wärmebädern (bei israelischen Avocados) bis hin zur radioaktiven Bestrahlung von Früchten. Die Verfahren sind deswegen problematisch, da sie auch tiefer unter die Schale einwirken und dort das Zellwasser und die Zellzusammensetzung strukturell verändern. Bemerkbar macht es sich vor allem in einer verhinderten Nachreifung der Früchte. Sie reifen nicht nach, sondern verfaulen nur.

 

Die Bestrahlung mit Gammastrahlung hat den industriellen Vorteil, dass bei bereits verpackten Lebensmittel ohne Temperaturerhöhung Mikroorganismen abgetötet werden können und so Konservierungsstoffe eingespart werden. Das Verfahren wird z.B. gegen Salmonellen in Geflügel, bei Gewürzmischungen oder Mangos verwendet. Bei zu hoher Bestrahlungsintensität kann es zu Kernumwandlungsprozessen in den Nahrungsmitteln kommen und damit zur Bildung radioaktiver Isotope. Bleibt der Hersteller mit der Strahlenintensität unter den von der WHO empfohlenen Grenzwerten, ist aufgrund der unterschiedlichen Empfindlichkeit der Mirkoorganismen einen nicht ausreichende Sterilisation der Nahrungsmittel gewährleistet, so dass eine unbemerkte Überschreitung der Grenzwerte für die Hersteller lukrativ erscheint. Durch die ionisierenden Gammastrahlen kommt es zu einer Radikalbildung in den Nahrungsmitteln, wodurch unkontrollierte chemische Prozesse in Gang gebracht werden, wobei auch toxische Substanzen entstehen können.[156] Neben der ionisierenden Wirkung wird bei frischen Lebensmitteln dem Zellwasser eine destruktive, strukturabbauende Information aufgeprägt, die mit verschiedenen Verfahren sichtbar gemacht werden kann.[157] Die Übertragung dieser Information auf Körperzellwasser könnte gesundheitlich bedenklich sein.

 

Neben der Konservierung soll natürlich auch der Geschmack verbessert werden, da hitzeempfindliche natürliche Aromastoffe durch die Verarbeitung zerfallen sind. Neben dem traditionellen Würzen setzt man dabei natürliche und naturidentische Aromen ein. Natürliche Aromen werden aus natürlichen Produkten gewonnen. Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass Erdbeeraroma aus Erdbeeren hergestellt wird. Erdbeeraroma wird beispielsweise aus Sägespänen australischer Bäume gewonnen, die zweifellos "natürlich" sind. Naturidentische Aromen werden synthetisch hergestellt. Ihre chemische Formel entspricht einer in der Natur vorkommenden chemischen Formel. Dadurch sind sie mit der Natur "identisch". Neben diesen Aromen gibt es noch die chemischen Aromen, die mit der Natur nicht mehr das geringste gemeinsam haben. In der Industrie nennt man einige Aromastoffe mitunter „Akzeptanzverbesserer“. Sie werden dem Tierfutter zugegeben, damit das Haustier immer nur dieses spezielle Futter fressen möchte oder die oft einseitige Ernährung mit zwei bis drei Produkten jahrelang akzeptiert.

3.4     Je unveränderter, desto gesünder

Für Dr. Bruker sind der Maßstab für die biologische Wertigkeit eines Lebensmittels die Vitalstoffe. Er kommt zusammenfassend zu der Erkenntnis, dass bei den Veränderungen, die der Mensch mit der Nahrung vornimmt, ehe er sie isst, zwar der Kaloriengehalt nicht geändert wird, aber die ursprünglich vorhandenen Vitalstoffe dabei entfernt, zerstört, geschädigt oder in ihrem natürlichen Verhältnis zueinander verschoben werden.

„In den natürlichen Lebensmitteln, wie sie die Natur uns bietet, sind die Vitalstoffe in einem harmonischen Verhältnis so enthalten, daß die Gesundheit garantiert ist. Das sehen wir z.B. in ganz einfacher Weise an den im Freien lebenden Tieren. Sie haben keinerlei Möglichkeit, die Nahrung vor dem Fressen durch chemische oder physikalische Eingriffe in ihrem Gefüge grundsätzlich zu verändern. Diese Tiere sind gezwungen, die Nahrung so zu fressen, wie die Natur sie ihnen bietet. Ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten sind daher bei den im Freien lebenden Tieren nicht denkbar; sie kommen auch nicht vor.

Schon bei den Tieren, die wir im Stall oder im Haus halten, liegt es anders. Sie bekommen bereits eine vom Menschen vorbereitete und veränderte Nahrung vorgesetzt; darunter sind eine Reihe von Nahrungsmitteln, die ein im Freien lebendes Tier niemals in der Natur vorfindet. Dementsprechend hat auch der Tierarzt bei den Haustieren mit ernährungsbedingten Krankheiten zu tun.“[158]

4     Erkenntnistheoretische Überlegungen

Das kapitalistische Wertschöpfungsprinzip steht im Widerspruch zur Gesundheit. Angenommen ein Lebensmittel wird unverändert der wilden Natur entnommen (z.B. Paranüsse), dann besteht die Wertschöpfung lediglich im Transport zum Markt. Eine längere Wertschöpfungskette („Veredelung“) erhöht jedoch zunächst den Geldwert eines neuen Produkts, erst in einem sekundären Prozess kommt es durch Wettbewerb und Effizienzsteigerungen (oder gar Subventionen) wieder zu einem Preisrückgang. Ein Lebensmittel einem Verarbeitungsvorgang zu unterwerfen, schafft also i.d.R. einen „Mehrwert“. Die menschliche Neugier in Verbindung mit den Verlockungen geschmacklicher Manipulationen garantiert die Nachfrage, die durch den häufig eintretenden Gewöhnungs- und Suchteffekt mindestens aufrecht erhalten wird. Wie dargelegt wurde gilt allerdings: Was im kapitalistischen Sinne ein Mehrwert ist, ist im gesundheitlichen Sinne sehr häufig ein Minderwert. So wurden im Laufe der Entwicklung Lebensmittel zu Nahrungsmittel degradiert, und Nahrungsmittel zu Genussmitteln. Das ewige Spiel für einen Industriellen in der Lebensmittelbranche ist also stets: Wie kann ich ein geläufiges Produkt noch mehr manipulieren, so dass es mehr Gewinn einbringt, und den Kunden trotzdem noch glaubhaft machen, dass es – wenn schon nicht gesund – so zumindest gesundheitlich akzeptabel und unschädlich ist oder ihn glauben lassen, es wäre nun sogar gesünder für ihn.

 

Es wird leider schon als selbstverständlich hingenommen, dass staatliche Universitäten ihre Forschungen zu durchschnittlich 20-30% aus Drittmittel finanzieren. 12,6% der Forschung in Deutschland stammen sogar ausschließlich aus externen Mitteln.[159] Auch ein geringer Drittmittelanteil öffnet der privatwirtschaftlichen Einflussnahme Tür und Tor, da die wissenschaftliche Fragestellung davon abhängig ist. Ganz zu schweigen von der beachtlichen Menge privater Institute, Vereine und Stiftungen, die sich häufig einen öffentlichen Anschein geben und wissenschaftliche Studien in Auftrag geben oder durchführen, die mit unabhängiger, naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung z.T. wenig gemein haben.

 

Es gibt immer wieder populärwissenschaftliche Pressemeldungen über Studien zu Nahrungsmitteln, die zu positiven Behauptungen für die Gesundheit kommen. So zum Beispiel die Aussage „Rotwein ist gesund“, da er viele wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe enthält, die in dieser und jener Studie eine antioxidative, gefäßschützende Wirkung gezeigt hätten und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweislich gesenkt haben. Obwohl diese Effekte sicher wissenschaftlich korrekt sind, wird in den Berichten häufig ein unvollständiges Zerrbild der gesundheitlichen Gesamtwirkung vermittelt, denn es handelt sich schließlich um eine Meldung, die speziell nur diese eine Studie zum Anlass hat. Es ist also so ein wenig wie „hurra, endlich dürfen wir wieder Rotwein trinken“ und weder der Journalist, noch die Ernährungswissenschaftler stellen die positive Einzelaussage jemals in einen Gesamtkontext, ob Rotwein denn nun für den Organismus insgesamt „gesund“ ist. Denn bekanntermaßen ist Alkohol besonders für die Nerven ein Zellgift. Von der sofort schädigenden Wirkung kann sich jeder anhand der Symptome leicht überzeugen. Kindern verbietet man den Rotwein, aber für ältere Menschen soll er positiv sein? Die eigentlich relevante Frage, nämlich „ist Rotwein gesund“ wird also nie vollständig beleuchtet, so als ob es dafür in der Fülle der wissenschaftlichen Einzelerkenntnisse keine abschließende Aussage gäbe. Mitunter beruft man sich auf den alles relativierenden Leitspruch „die Dosis macht das Gift“ und lehnt absolute Erkenntnisse ab. Warum fühlt sich keiner verantwortlich die Puzzlestücke zusammenzufügen und die positiven und negativen Wirkungen gegeneinander abzuschätzen? Konsequenterweise müsste man dann ja auch den vergorenen Rotwein den frischen Weintrauben gegenüberstellen, die ja die gleichen antioxidativen, sekundären Pflanzenstoffe in ihrer ursprünglichen, bioaktiven Form enthalten und völlig alkoholfrei am Strauch hängen. Hier lässt der Mensch sich vielleicht unbewusst zu wissenschaftlichen Fragestellungen verleiten, die sein nicht ganz zu Ende gedachtes Verhalten möglichst nicht tangieren.

 

Die Analyse, also die Betrachtung eines Studienobjekts durch Zerlegung in seine Einzelbestandteile, ist für eine abschließende Bewertung von lebensnahen Fragestellungen prinzipiell ungeeignet. Es muss auch eine Synthese, ein Zusammenfügen allen bekannten Wissens stattfinden. Nur wann ist der Zeitpunkt gekommen dies zu tun? Man kennt das Phänomen, dass sich umso mehr Detailfragen ergeben, je besser man einen Sachverhalt untersucht hat. Die Physik ist ein gutes Beispiel dafür. Je näher man in die Materie „hineinzoomt“, desto weniger absolute Aussagen kann man noch über sie treffen oder man verkompliziert das Theoriegebäude bis ins Unendliche, um jede bekannte Eigenschaft irgendwie darin unterzubringen. Das gleiche gilt für den menschlichen Körper. Es wird vielleicht nie der Zeitpunkt kommen, an dem man ihn in seinen molekularen Abläufen bis ins letzte Detail so gut verstanden hat (ein sehr mechanistisches Weltbild), dass man Aussagen über die körperlichen Gesamtabläufe treffen kann, so dass man dann eine so einfache Frage beantworten könnte wie „Ist Rotwein gesund?“. Eine einfache, praxisnahe Frage kann auch nur mit einfachen, praxisnahen Mitteln beantwortet werden, die den Organismus insgesamt in seinem natürlichen Lebensumfeld betrachten. Abgesehen vom Selbstversuch, der in den meisten Fällen das erkenntnistheoretisch erste Mittel der Wahl ist, stehen als zweite Wahl noch glaubwürdige Erfahrungen anderer oder als letztes Mittel noch das wissenschaftliche, allerdings möglichst praxisnahe Experiment zur Verfügung: Man gebe einigen Versuchstieren über einen längeren Zeitraum Alkohol statt Wasser und einer Vergleichsgruppe nur Wasser, und zähle die Anzahl der Krankheiten und die Anzahl der Überlebenden. Je weiter man sich in seinen Untersuchungen von der ursprünglichen Fragestellung entfernt, desto ungeeigneter sind die gewonnenen Erkenntnisse für eine Antwort.

 

Ein weiteres Beispiel wären Studien zur Maillard-Reaktion, eine Bräunungsreaktion beim Erhitzen von Nahrungsmitteln, die im Prinzip nichts anderes ist als eine Zufallsreaktion von Aminosäuren mit reduzierenden Zuckern, bei der hunderte bekannte und unbekannte Reaktionsprodukte entstehen können. Auch hier ist die Fragestellung ganz offensichtlich entscheidend für die Bewertung, ob die Erhitzung gesundheitsförderlich oder schädlich ist. Dabei kann man mit gängigen Verfahren oft nur das finden, wonach man sucht. Sucht man in einer Studie unter den Reaktionsprodukten mit seinen Testverfahren nach Acrylamid, Benzopyren, Benzol oder Nitrosaminen, wird man diese mutagenen, krebserzeugenden Substanzen in bedenklichen Mengen finden. Sucht man in einer zweiten Studie hingegen nach gesunden Substanzen, ist völlig klar, dass auch diese in einer quasi zufälligen Reaktion mit hoher Wahrscheinlichkeit entstehen. Der Pressemarkt entscheidet nun, welche der beiden Studien häufiger erwähnt wird. Sicherlich eher jene, von welcher der Journalist der Meinung ist, sie würde von einer breiten Bevölkerungsmeinung wohlwollend aufgenommen. Und für Journalisten ist ein Gespür dafür buchstäblich lebensnotwendig. Auch hier ist die Gefahr für ein Zerrbild groß. Erwähnt werden sollten fairerweise die alternativen Medien, die einen offenbar eher kleineren Prozentsatz der Bevölkerung mit kritischen, „unbequemen“ Informationen bedienen, auch wenn dies meist nur am Rande des finanziellen Existenzminimums möglich ist.

 

Abgesehen davon, dass jede wissenschaftliche Fragestellung grundsätzlich legitim ist, da das logische Denken ein völlig neutrales Werkzeug ist, liegt die tiefere Motivation für die Auswahl einer bestimmten Fragestellung eher im menschlichen Streben denn in einer rein logischen Argumentationskette. Nur so ist es psychologisch zu erklären, unter großem Aufwand in einem mehrfach industriell verarbeiteten Produkt wie Margarine noch nach etwaigen gesundheitsfördernden Substanzen zu suchen. Wieso sucht jemand nach der Nadel im Heuhaufen, wenn er vor seiner Tür eine Nadelfabrik hat? Es muss am Heuhaufen liegen (s. 3.2).

 

Wenn sich dann namhafte Ernährungswissenschaftler mit Doktortiteln und leitenden universitären Positionen für einen Vortrag mit rotem Kopf, fehlender Kopfbehaarung und dezent fettleibigem Körperbau vor das Publikum stellen, in einem Alter wo andere Leute schlank und mind. 15 Jahre jünger aussehen, und sich in ihren Ausführungen in biochemischen Details ergehen ohne schlussendlich zu einer umfassenden Einschätzung zu kommen, büßen sie an Glaubwürdigkeit ein und man wird den Eindruck nicht los am Ende genauso viel zu wissen wie vorher. „Ernähren sie sich ausgewogen“ heißt es. Einem mehrheitlich mit Zivilisationskrankheiten behafteten Publikum und auch vor sich selbst getraut man sich offenbar nicht einen halbwegs klaren Zusammenhang zwischen Essverhalten und häufigen Krankheiten herzustellen. Es steht zu bezweifeln ob es daran liegt, dass dieser eine untergeordnete Rolle spielt oder der Kenntnisstand solch eine Schlussfolgerung noch nicht zulässt. Und so weicht man auch in der wissenschaftlichen Fragestellung in Experimenten und Studien den Kernfragen aus, die das (eigene) traditionelle Essverhalten womöglich in ein schlechtes Licht rücken würden.

 

Letztlich landet man also bei der menschlichen Psychologie. Dem individuellen Wissenschaftler ist freigestellt, wonach er sein Streben ausrichtet. Das Streben nach Titeln und Positionen setzt voraus, dass man etablierte Meinungen nicht in Frage stellt, man wird sich also ein möglichst harmloses Studienobjekt suchen und sich in seinen Einschätzungen stets sehr zurückhaltend vortasten. Da die kritischen Kernfragen auf diese Weise nie wirklich untersucht werden, verrennt sich die Lehrmeinung über die Jahrzehnte in verschiedenste, letztlich unhaltbare Dogmen, die trotz faktischer Widersprüche bis zum Letzten verteidigt werden (sog. „Backfire“-Effekt[160]). Erst wenn die Diskrepanz zum Offensichtlichen ein unerträgliches Ausmaß erreicht, wird in einem schmerzhaften gesellschaftlichen Prozess der Paradigmenwechsel eingeleitet.[161] Bis dahin ist der Einzelne zunehmend auf sich allein gestellt, in Sachen Gesundheit und Ernährung seiner inneren Weisheit zu vertrauen. Zum einen über das tägliche Erspüren und Beobachten der körperlichen Reaktionen und zum anderen über das innere Gefühl von Richtigkeit oder Irrtum bzgl. wissenschaftlichen und ärztlichen Aussagen. Denn der Verstand ist grundsätzlich in der Lage für alles eine passende Begründung zu finden und deswegen als alleiniges Werkzeug für Erkenntnisprozesse ungeeignet. Entscheidend sind am Ende die Resultate: „wer heilt hat Recht“ bzw. „wer gesund bleibt hatte Recht“. Diese Resultate werden je nach Bewusstein mitunter erst über Jahre und Jahrzehnte eindeutig erkennbar, da sie die Summe aller täglichen Einzelentscheidungen darstellen.[162] D.h. jeder hat die Wahl zwischen einem bewussten Umgang mit jeder einzelnen Mahlzeit oder der Abgabe von Verantwortung an die Macht von rituellen Gewohnheiten und unbewussten Suchtfaktoren. Das Wort „plötzlich“ im Zusammenhang mit dem Auftreten von Krankheiten lässt also auf einen bis dahin eher unbewussten Umgang mit dem zugrundeliegenden Konflikt schließen. Krankhafte Symptome sind ein natürliches Zeichen, welches die Aufmerksamkeit auf die Ursache lenken soll. Je länger sie überhört werden, desto lauter werden sie, bis sich der Konflikt am Ende immer auf die ein oder andere Weise löst. Es ist ein metaphysisches Naturgesetz, dass sich bei Erhöhung eines Drucks, dieser irgendwann auch lösen muss und die Dinge wieder in Bewegung kommen. Denn Leben ist bewegt, nur der Stillstand ist tot. Wenn eine Ursache erst einmal erkannt wurde, ist ein Weg schlechte Gewohnheiten abzulegen, sie überhaupt nicht mehr in Erwägung zu ziehen. Die Veränderung beginnt im Kopf, wie schon im Talmud steht:

 

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte, denn sie werden Taten.

Achte auf deine Taten, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

 

 

 


5     Empfehlungen

Alzheimer und Aluminium. Dr. Harold D. Foster; NEXUS Magazin, 2. Ausgabe, Febr. 2008

Andreas Popp über die Folgen des Fleischkonsums und Vegetarismus. Bewusst.TV

Arshavir ter Hovannessian (Aterhov) – Rohkost.

Backfire – neue Fakten, alte Meinung. Dr. Robert Harsieber, suite101.de

Die Ursprünge der Landwirtschaft – Eine biologische Sichtweise und eine neue Hypothese. Greg Wadley & Angus Martin, Department of Zoology, University of Melbourne; veröffentlicht im Australian Biologist 6:96 - 105, Juni 1993

Dr. Michael Werner – Lichtnahrung. Secret.tv

Elemente im Wandel – Die Transmutationsforschung des Professor Louis Kervran. Dr. Stephan Krall

Essen verstellt innere Uhr. geoscience-online.de

Farbstoffe und Hyperaktivität. Hans-Ullrich Grimm; Die Ernährungslüge, München 2003

Gesundheit durch essentielle Fette. Dr. Udo Erasmus, Christian Stibitz; Nexworld Meinungsbilder

Interview mit Dr. Johann Georg Schnitzer. textatelier.com

Knoblauchöl schützt bei Diabetes wirksam vor Herzschäden. Journal of Agricultural and Food Chemistry

Osteoporose & Ernährung. Rohköstler: dünn, aber gesund. Focus Online 2007

Salz und Zucker. Henning Müller-Burzler; ZeitenSchrift Nr. 30, 2. Quartal 2001

Tote Ärzte lügen nicht. Dr. Joel D. Wallach; Dead Doctors Don’t Lie 1993

Vererbung ohne DNA – Epigenetik und Ernährung. Deutschlandfunk 2009

Verseuchte Lebensmittel oder gesunde Ernährung? Annette Sabersky, Dr. Hans-Ulrich Grimm; Nexworld Meinungsbilder

Verschluckte Gefühle als Auslöser von Essanfällen. Universität Mainz 2006

Wissenschaftliche Arbeiten flankieren Rohkost.

 

 


6     Literatur

Barth, Stephanie: Ernährungsmedizin. Urban & Fischer, München; 1. Aufl. 2009

Bruker, M. O.: Unsere Nahrung – unser Schicksal. emu-Verlags-GmbH, Lahnstein; 35. Aufl. 2002

Buddecke, Eckhart: Grundriss der Biochemie. Walter de Gruyter Verlag, Berlin / New York; 9. Aufl. 1994

ErnährungsmedizinNach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. Georg Thieme Verlag, Stuttgart; 2. überarb. u. erw. Aufl. 1999

Karlsons ­– Biochemie und Pathobiochemie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart; 15. Aufl. 2005

Kasper, Heinrich: Ernährungsmedizin und Diätik. Urban & Fischer Verlag, München / Jena; 9. Aufl. 2000

Kervran, Corentin Louis: Biological Transmutations. Beekman Publishers Inc., Woodstook, N.Y., 1971; originally published in French, 1966, by Le Courrier du Livre

Heepe/Wigand: Lexikon Diätetische Indikationen. Springer-Verlag, Berlin; 4. Aufl. 2002

Huth/Kluthe: Lehrbuch der Ernährungstherapie. Georg Thieme Verlag Stuttgart / New York; 2. Aufl. 1995

Schatalova, Galina: Wir Fressen uns zu Tode – Das revolutionäre Konzept einer russischen Ärztin für ein langes Leben bei optimaler Gesundheit. Arkana Verlag, München; 11. Aufl. 2002

Schnitzer, Johann Georg: Gesunde Zähne von der Kindheit bis ins Alter durch richtige Ernährung – ein Gradmesser allgemeiner Gesundheit. Bircher-Benner-Verlag, 2. erw. Auflage 1967

Volkamer, Klaus: Feinstoffliche Erweiterung unseres Weltbildes. Weißensee Verlag, Berlin; 2. Aufl. 2009

Wikipedia. Zenodot Verlagsgesellschaft mbH, DVD-ROM vom August 2007

 

 

 

 

 

 

 



[1] Bruker, S. 57

[2] Bruker, S. 62

[3] Bruker, S. 63

[4] s. Kervran u. Anlagen

[5] Bruker, S. 69

[6] Bruker, S. 40 f.

[7] Bruker, S. 32

[8] Deutsche Mundgesundheitsstudie 1997 und 2005

[9] Ernährungsmedizin, S. 588 ff.

[10] sie besitzen zwar nur 1/10 Cariogenität im Vgl. zu niedermolekularen Zuckern, wirken allerdings anhaltender

[11] Leitzmann, C. et al: Karies. Ernährung in Prävention und Therapie. Hippokrates, Stuttgart; 2001, S. 312-317

[12] Holzinger, W.: Prophylaxefibel. Grundlagen der Zahngesundheitsvorsorge. Hanser, München/Wien; 5. Aufl. 1988

[13] Ernährungsmedizin, S. 594

[14] Wikipedia, Parodontitis

[15] Deutsche Mundgesundheitsstudie IV, 2005

[16] Wikipedia, Parodontitis

[17] Ernährungsmedizin, S. 481

[18] Ernährungsmedizin, S. 595

[19] Heepe/Wigand, S. 418

[20] Wikipedia, Parodontitis

[21] Deutsche Mundgesundheitsstudie IV, 2005; Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2009, Themen-Heft 47

[22] Bruker, S. 42

[23] s. Schnitzer über die Katzenversuche von Francis M. Pottenger

[24] Bruker, S. 47

[25] Gesundh.-Berichterstattung des Bundes, Gesundheit in Deutschland 2006, Kapitel 1.2.5.3

[26] Wikipedia, Arthrose

[27] Karlsons, S. 695

[28] Ernährungsmedizin, S. 575

[29] Karlsons, S. 566

[30] Ernährungsmedizin, S. 576 ff.

[31] Bruker, S. 48

[32] Bruker, S. 46

[33] Huth/Kluthe, S. 87

[34] Kasper, S. 242

[35] Ernährungsmedizin, S. 257

[36] Bruker, S. 53

[37] Kasper, S. 243

[38] Bruker, S. 102

[39] Ernährungsmedizin, S. 414 ff.

[40] Gesundh.-Berichterstattung des Bundes 2005, Themen-Heft 24

[41] ebd.

[42] Kasper, S. 269

[43] Ernährungsmedizin, S. 414 ff.

[44] Bruker, S. 285

[45] Kasper, S. 273 ff.

[46] Kasper, S. 269 ff.

[47] ebd.

[48] Ernährungsmedizin, S. 414 ff.

[49] Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland 2009

[50] Die Kristalle der Harnsäure nennt man Urat.

[51] Wikipedia, Purin

[52] Buddecke, S. 132

[53] Wikipedia, Purin

[54] Kasper, S. 321

[55] StBA, Todesursachenstatistik 1995

[56] Gesundheitsbericht für Deutschland 1998, Kap. 5.9

[57] Bruker, S. 43

[58] Bruker, S. 123

[59] Gesundheitsbericht für Deutschland 1998, Kap. 5.9

[60] ebd.

[61] Bruker, S. 32 f.

[62] Wikipedia, Cholesterin

[63] Bruker, S. 52

[64] Kasper, S. 291

[65] Bruker, S. 100

[66] Kasper, S. 297

[67] Kasper, S. 306 ff.

[68] ebd.; Alkohol verursacht Bluthochdruck, in schätzungsweise 10% der Fälle ist er allein verantwortlich. Auf Alkohol sollte ganz verzichtet werden (Ernährungsmedizin, S. 402).

[69] Ernährungsmedizin, S. 396

[70] Kasper, S. 306 ff.

[71] Bruker, S. 51

[72] Statistisches Bundesamt, Todesursachenstatistik 2003

[73] Kasper, S. 307 f.

[74] ebd.

[77] Wikipedia, Akne

[78] Ernährungsmedizin, S. 490 f.

[79] Kasper, S. 408

[80] Kasper, S. 403 ff.

[81] Spezialbericht Allergien 2000, Teil 4 Epidemiologie

[82] ebd.; und sie benutzen keine anderen Haarwaschmittel, sie benutzen sie nur häufiger ...

[83] ebd.

[84] ebd.

[85] ebd.

[86] ebd.

[87] Kasper, S. 593

[88] Bruker, S. 54

[89] Blohmke, Maria: Erfolge und Grenzen der modernen Medizin. Fischer-Bücherei, Frankfurt 1966, Seite 237 f.

[90] Kasper, S. 74

[91] Bruker, S. 54

[92] Unbezahlte Betreuung durch Angehörige nicht eingerechnet (oft 6 bis 10 Stunden pro Tag). Pro Patient und Jahr werden Gesamtkosten von 43.767 Euro angegeben. Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2005, Themenheft 28

[93] Der jüngste bisher bekannte Alzheimer-Patient erkrankte mit 27 Jahren und starb mit 33. (Skript der Sendung Quarks & Co zum Thema Alzheimer)

[94] Dr. John A. McDougall: drmcdougall.com (27.03.2011 15:06)

[96] Kasper, S. 393 f.

[97] NEXUS Magazin, 2. Ausgabe; Dr. Harold D. Foster: Alzheimer und Aluminium (s. Anlagen)

[98] s. US-patent no. 5003186; raum&zeit 127/2004

[99] ebd.

[100] Kasper, S. 394

[103] Wikipedia, Mengenelemente

[104] Bruker, S. 99; Diese Theorien standen im Einklang mit der traditionellen Wertschätzung des Fleisches, welches ehemals vor allem wohlhabenden Menschen in größeren Mengen verfügbar war und damit auch ein gewisses Statussymbol.

[105] Schatalova, S. 53 ff.

[106] Bruker, S. 100

[107] Bruker, S. 104

[108] Bruker, S. 106

[109] Bruker, S. 108

[110] Physikalisch gesehen kann ein Mensch durch seine Körperwärme und -aktivität mehr Energie an seine Umwelt abgeben, als er an Kalorien über die Nahrung aufnimmt (auch bei durchschnittlicher Kost). Erklärt wird das mit einem Energieeintrag aus freier Raumenergie (u.a. auch „Vakuumenergie“ genannt). Sie kann mittels des Casimir-Effekts indirekt oder u.a. mit dem von Prof. Dr. Claus W. Turtur theoretisch und experimentell beschriebenen Weg direkt nachgewiesen werden.

[111] Schatalova, S. 152 ff.

[112] karlsons, S. 606

[113] s. Anlagen: Tote Ärzte lügen nicht

[114] Bruker, S. 114

[115] Bruker, S. 185 ff.

[116] Bruker, S. 184

[117] Karlsons, S. 606

[118] Bruker, S. 112

[119] Bruker, S. 117

[120] Bär, Jürg: Die Funktionen der Vitamine. Apollonia-Verlag, Basel; 1961

http://jumk.de/bmi/vitamintabelle.php (14.03.2011 13:00)

[121] Schatalova, S. 44

[122] Bruker, S. 119

[123] Wikipedia, Amylase

[124] ebd.

[125] Karlsons, S. 58

[126] Bruker, S. 100 ff.

[127] Karlsons, S. 276

[128] Karlsons, S. 281

[129] >90% ungesättigte Fettsäuren, z.B. >50% 3-fach ungesättigte α-Linolensäure, sog. Omega-3-Fettsäure

[130] s. „Biochemie der Ernährung“ von K. Lang, Ausg. 1979

[131] Schatalova, S. 44

[132] Bruker, S. 121

[133] Dies könnte evtl. dadurch wissenschaftlich untersucht werden, dass man ansonsten gut verdauliches, rohes Obst, Gemüse oder Nüsse zunächst pur und dann mit zugesetzten, irreführenden Aromastoffen verabreicht und überprüft, wie schnell und vollständig sie dabei jeweils verdaut werden.

[134] Karlsons, S. 24

[135] Karlsons, S. 588

[136] Milton, Katharine: Diet and Primate Evolution. Scientific American; Aug. 1993

[137] Wikipedia, Ballaststoff

[138] Bruker, S. 124

[139] Karlsons, S. 588

[140] Ernährungsmedizin, S. 359 f.

[141] s. Kervran u. Anlagen

[142] jeder kennt die nach dem Schneiden braun gewordenen Apfelstücke

[143] Das hat schon Jesus angeraten, der bei den Essenern aufgewachsen ist. Man hat das Getreide angekeimt, zusammengemischt und den Klumpen einfach in die heiße Sonne gelegt. Eine relativ schonende Verarbeitung.

[144] Bruker empfiehlt den Frischkornbrei. Wenn allerdings zu viele Trockenfrüchte oder auch frisches Obst untergemischt wird, kommt es zu erheblichen Verdauungsstörungen (Blähungen).

[145] Bruker, S. 145

[146] Durch die Bestrahlung wurde die Milch mit Vitamin D angereichert, da der Theorie zufolge Calcium aus der Milch nur in Verbindung mit Vitamin D aufgenommen werden kann.

[147] Schnitzer

[148] s. Volkamer

[149] Wikipedia, Pasteurisierung

[153] oel-wechsel.com (23.03.2011 13:59)

[156] Kasper, S. 524

[157] s. Masaru Emoto oder Prof. Bernd-H. Kröplin von der Universität Stuttgart

[158] Bruker, S. 132

[160] Ein Ausdruck aus der Sozialpsychologie: Neue Fakten überzeugen nicht, sondern verfestigen sogar die alte Meinung. Menschen sehen nur, was sie ohnehin schon glauben, um kognitive Dissonanz zu vermeiden. Fakten sind also weniger wichtig, um jemanden zu überzeugen, es kommt mehr auf die Art und Weise der Darbietung an. Siehe Anlagen.

[161] Max Planck formulierte: „Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß die Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist!"

[162] „Keine Zukunft vermag gutzumachen, was du in der Gegenwart versäumst.“ – Albert Schweitzer